Biathlon-Trainer Klaus Siebert tot

Klaus Siebert aus Altenberg führte zuletzt Darya Domracheva in die Weltspitze.
Klaus Siebert aus Altenberg führte zuletzt Darya Domracheva in die Weltspitze.

Von Tina Hofmann

Dresden - Schock in der Biathlon-Welt! Der langjährige Erfolgstrainer Klaus Siebert (60) ist tot. Der in Schlettau/Sachsen geborene Coach erlag laut laola1.tv am Sonntag einer langwierigen Krebserkrankung.

"Er war unser Superman. Er war Trainer und Psychologe, dazu ein Lehrer und Freund", schreibt die Weißrussin Nadezhda Skardino, die mehrere Jahre lang von Siebert betreut wurde.

Sein langjähriger Freund und Trainingskollege Eberhard Rösch bestätigte das Ableben Sieberts einen Tag vor seinem 61. Geburtstag ebenfalls.

Siebert hatte sich dem Biathlon über Jahrzehnte hinweg verschrieben. Als Aktiver wurde er 1979 Einzel-Weltmeister und gewann auch mit der DDR-Staffel zwei WM-Titel. Bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid 1980 holte er mit der Staffel die Silbermedaille.

Darya Domracheva gewann bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver die Bronzemedaille.
Darya Domracheva gewann bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver die Bronzemedaille.

2008 war bei ihm Darmkrebs diagnostiziert worden, sechs Jahre später musste er sich einer erneuten Operation im Dresdner Uniklinikum unterziehen, da der Krebs zurückkam und sich Metastasen gebildet hatten.

Zuletzt ging es dem 60-Jährigen immer schlechter, er war zu Hause in Altenberg. Siebert war zu seiner aktiven Zeit als Biathlet dreifacher Weltmeister, als Trainer prägte er vor allem die Szene in Sachsen.

In Altenberg betreute er Ricco Groß, Katja Beer, Carsten Pump und Carsten Heyman. Bis 2002 war er auch als Co-Trainer der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft tätig.

Anschließend betreute er die österreichische und chinesische Auswahl, zuletzt engagierte er sich für den weißrussischen Verband (seit 2008).

So führte er Darya Domracheva in die Weltspitze, die bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver die Bronzemedaille holte, vier Jahre später in Sotschi gleich drei Goldmedaillen in Verfolgung, Einzel und Massenstart.

Immer wieder musste er sich Auszeiten nehmen, kam aber stets mit enormem Lebenswillen und Ehrgeiz zurück. "Ein, zwei Weltcup-Athleten würde ich gern mit Rat und Tat, mit all meinen Erfahrungen, unterstützen. Noch ein paar Jährchen möchte ich in der Nähe des Weltcups dabei sein", sagte der Weltcup-Gesamtsieger von 1979 kurz vor seinem 60. Geburtstag vor einem Jahr.

Auf Honorarbasis unterstützte er bis zuletzt auch den Skiverband Sachsen.

Auch Michael Rösch (l.) kannte Klaus Siebert (r.) und trauert nun um den Trainer.
Auch Michael Rösch (l.) kannte Klaus Siebert (r.) und trauert nun um den Trainer.

Fotos: dpa


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