Sachsens Biber sorgen für Hochwasser

Bürgermeister Dietmar Noack (61, CDU) zeigt, wo sich die Biber am Fluss breitmachen.
Bürgermeister Dietmar Noack (61, CDU) zeigt, wo sich die Biber am Fluss breitmachen.

Von Eric Hofmann

Weißwasser - Ländlich gelegen, viel Wasser, prächtige Bäume: Die Gegend um Gablenz in der Oberlausitz ist ein Paradies für den Biber. Kein Wunder, dass die seltenen Nager sich hier breitmachen. Doch das bringt nicht nur Freude mit sich...

Quer durch das 1.630-Einwohner-Dörfchen schlängelt sich die Räderschnitza. Doch das Flüsslein sieht seit Kurzem plötzlich anders aus.

„Es ist jetzt an manchen Stellen fünfmal so breit wie vorher“, so Bürgermeister Dietmar Noack (61, CDU). „Das Wasser ist in den Randbereich mancher Felder geströmt.“

Das plötzliche Hochwasser ist kein Ergebnis eines Unwetters, sondern fleißiger Nagetiere: „Schon beeindruckend, was die Biber hier für Dämme bauen“, sagt der Bürgermeister. „Aber leider verstopfen sie mit ihren Dämmen auch Abläufe der Räderschnitza. So entstehen dann kleine Seen.“

Wegen den Biberdämme, werden derzeit die Gablenzer Felder überflutet.
Wegen den Biberdämme, werden derzeit die Gablenzer Felder überflutet.

infach wegräumen, das geht nicht: Der Biber ist geschützt, seine Bauwerke dürfen nicht zerstört werden und außerdem baut das Tier noch emsiger, wenn man es stört.

Also versucht es die Gemeinde auf dem anderen Weg: Statt dem Biber die Dämme wegzureißen, helfen städtische Mitarbeiter sogar beim Bau: „Wir bauen aus Holz einen künstlichen Damm aus Brettern“, erklärt der Bürgermeister.

„Damit steigt der Wasserspiegel nur an einigen bestimmten Stellen so hoch, dass der Biber in seinen Bau schwimmen kann. Vielleicht verschont er dann die Abflüsse.“

Ob diese Strategie Erfolg hat, muss sich aber erst noch zeigen

Fotos: Gunnar Schulze (3), Imago (2)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0