Geplanter Castor-Transport nach Biblis: Umweltschützer schlagen Alarm

Biblis - Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Hessen (Bund) sieht Sicherheitsmängel für den geplanten Castortransport aus dem britischen Sellafield ins Zwischenlager Biblis.

Im kommenden Frühjahr sollen die ersten Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen zurück nach Biblis transportiert werden (Archivbild).
Im kommenden Frühjahr sollen die ersten Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen zurück nach Biblis transportiert werden (Archivbild).  © DPA/Arne Dedert

Die Transport-Genehmigung sehe keine Möglichkeit einer Reparatur möglicher undichter Behälter noch einen Transport zu einer Reparatureinheit vor, bemängelte der Bund am Dienstag und legte Widerspruch gegen die Genehmigung ein.

Landesvorstandsmitglied Werner Neumann sagte: "Die Genehmigung ist wie eine Sackgasse ohne Wendehammer. Es wurde nur geprüft, wie die Behälter eingelagert werden können, aber nicht, wie man diese wieder abtransportieren kann."

Die Gesellschaft für Nuklear-Service GNS plant für das Frühjahr 2020 einen Transport radioaktiver Abfälle aus Sellafield nach Biblis. Die Genehmigung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) war am vergangenen Freitag bekannt geworden (TAG24 berichtete).

Dem BASE zufolge darf eine Genehmigung für hoch-radioaktive Abfälle nur erteilt werden, wenn die hohen Sicherheits-Anforderungen des Atomgesetzes erfüllt sind.

Für das Genehmigungs-Verfahren seien alle Sicherheits-Fragen inklusive des "Schutzes gegen terroristische Maßnahmen" betrachtet worden, teilte das Bundesamt auf Anfrage mit. Der Widerspruch der Umweltschützer werde geprüft, habe jedoch keine aufschiebende Wirkung.

Radioaktive Abfälle müssen an AKW-Standorten aufbewahrt werden

Deutsche Energieversorger ließen bis 2005 ihre Brennelemente in Großbritannien und Frankreich aufarbeiten. Die dabei entstandenen flüssigen Abfälle wurden in Glas geschmolzen und nach und nach zurücktransportiert.

Die meisten landeten im Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen. Doch seit 2013 müssen die verbliebenen Abfälle in Zwischenlagern an den Standorten der Kernkraftwerke aufbewahrt werden - auch in Biblis, wo das Kraftwerk stillgelegt wurde.

Der BUND kritisiert unter anderem, dass es während des Transports keine Reparatur-Möglichkeiten für undichte Castor-Behälter gäbe (Archivbild).
Der BUND kritisiert unter anderem, dass es während des Transports keine Reparatur-Möglichkeiten für undichte Castor-Behälter gäbe (Archivbild).  © dpa/Boris Rössler

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Arne Dedert, dpa/Boris Rössler


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