Statt Big Macs vertickte dieses Trio Crystal

Die Angeklagten (v.l.) Michael R. (37), Norman L. (33) und Stefan R. (29) mit ihren Anwälten.
Die Angeklagten (v.l.) Michael R. (37), Norman L. (33) und Stefan R. (29) mit ihren Anwälten.

Von Ronny Licht

Chemnitz - „Einen Big Mac und dreihundert Zeltnägel“ - wenn Stefan R. (29) sich so meldete, wussten seine Lieferanten aus der Drogenszene angeblich Bescheid. Ein Burger waren 100 Gramm Crystal, ein Zeltnagel ein Gramm Marihuana - da ist sich die Staatsanwaltschaft sicher. Am Dienstag ging’s vors Amtsgericht.

Mit dem Hauptangeklagten durften dessen Bruder Michael R. (37) und Norman L. (33) antanzen.

Angeklagt sind alle drei wegen unerlaubtem Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Beihilfe - insgesamt zählte die Staatsanwaltschaft Deals mit 3,5 Kilo Marihuana und 1,1 Kilo Crystal auf. Verkaufswert: rund 70.000 Euro.

"Big-Mac" war bei dem Drogen-Trio das Codewort für 100 Gramm der Teufelsdroge Crystal (Symbolfoto).
"Big-Mac" war bei dem Drogen-Trio das Codewort für 100 Gramm der Teufelsdroge Crystal (Symbolfoto).

Laut Anklage orderte der junge Mann aus dem Erzgebirge die Drogen bei seinem Lieferanten, bekam sie oftmals noch am selben Tag geliefert.

Als sich die beiden verstritten, besorgte sich Stefan R. laut Anklage den Stoff aus dem Ruhrgebiet. Die Mitangeklagten sollen entweder ihr Auto zur Verfügung gestellt oder als Bodyguards bei Drogen-Übergaben fungiert haben.

Bei einer Verkehrskontrolle auf der A4 flog das Trio auf, die Polizisten entdeckten die Drogen in einem Hohlraum hinterm Handschuhfach.

Der erste Verhandlungstag dauerte nur exakt 16 Minuten: Die drei Angeklagten schwiegen, verzichteten auf ihr erwartetes Geständnis - mit dem das Gericht gerechnet und deshalb keine Zeugen geladen hatte.

Urteil voraussichtlich im März.

Fotos: Sven Gleisberg, Polizei Sachsen, imago


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