ABC-Alarm in Bielefeld: Großeinsatz der Feuerwehr

Bielefeld – Am frühen Samstagmorgen hat es einen Zwischenfall in einem Bielefelder Chemie-Unternehmen gegeben. Dieser löste bei der Feuerwehr einen Großeinsatz mit rund 70 Einsatzkräften aus.

Sicherheitshalber wurde direkt eine Dekontaminierungsschleuse eingerichtet.
Sicherheitshalber wurde direkt eine Dekontaminierungsschleuse eingerichtet.

Gegen 2.58 Uhr am Samstag schlug die Brandmeldeanlage von dem Galvanikbetrieb Dr. Hesse Alarm.

Dr. Hesse sitzt am Werningshof nahe der Eckendorfer Straße. Rund 50 Angestellte arbeiten dort. Diese waren nicht vor Ort, der Betrieb hatte geschlossen.

Wegen einer überhitzten Nickelsulfat-Lösung wurde der ABC-Alarm ausgelöst und Erkunder der Feuerwehr rückten an, so die Neue Westfälische.

Der Familienbetrieb entwickelt galvanische Additive für den Korrosions- und Verschleißschutz sowie für die funktionelle und dekorative Oberflächenveredlung von Metallen und Kunststoff.

Aufgrund der stetigen Nutzung von gefährlichen Chemikalien gilt der Betrieb als "Störfallbetrieb", erläuterte Einsatzleiter Thomas Brüggemeier.

In Spezialanzügen wurden die Einsatzkräfte in die Firma geschickt.
In Spezialanzügen wurden die Einsatzkräfte in die Firma geschickt.

Mit 73 Einsatzkräften, auch aus den Löschabteilungen, war die Feuerwehr vor Ort. Es wurde zunächst eine Dekontaminierungsschleuse eingerichtet.

Ein Drei-Mann-Team erkundete den verrauchten Werkstrakt. Dort stehen mehrere Versuchsbecken mit jeweils 50 Liter Fassungsvermögen. "Sie enthalten Reinigungslösungen für Werkstoffe", teilte der chemische Leiter der Firma, Malte Standers, vor Ort mit.

Den Alarm ausgelöst hatte ein Becken, an dem die Heizung noch lief. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt. "Das ist normalerweise nur wochentags der Fall", sagte Standera. Aufgrund der Hitze und der ausbleibenden Nachfüllung sank der Beckeninhalt immer weiter ab. So wurde der Kunststoffbehälter von der Nickelsulfat-Lösung angegriffen.

Einsatzkräfte in Spezialanzügen wurden in den Raum geschickt und schalteten die Heizung aus, erklärten Einsatzleiter Brüggemeier und Dr. Hesse-Sprecher Standera. Schnell konnte die Gefahr eliminiert werden. Gegen 5.30 Uhr war der Einsatz vorbei. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr lüftete den Trakt, überprüfte die Situation mit einer Wärmebildkamera und gab schließlich Entwarnung. Über die Höhe des Schadens gibt es derzeit keine Angaben.

Ein Großaufgebot der Feuerwehr kümmerte sich in der Nacht um den ABC-Unfall.
Ein Großaufgebot der Feuerwehr kümmerte sich in der Nacht um den ABC-Unfall.

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0