Trotz Ausbildung und Integration: Flüchtling soll abgeschoben werden

Am Mittwoch überreichten Freunde und Kollegen von Mohammed Oberbürgermeister Pit Clausen die Petition mit 7000 Unterschriften.
Am Mittwoch überreichten Freunde und Kollegen von Mohammed Oberbürgermeister Pit Clausen die Petition mit 7000 Unterschriften.

Bielefeld - Mohammed, der im November 2014 nach Bielefeld kam, da er wegen einer fehlenden Lebensperspektive aus seiner Heimat Bangladesch floh, sah keinen anderen Ausweg: Weil dem 27-Jährigen die Abschiebung droht, flüchtete er ins Kirchenasyl.

Nicht nur er, sondern auch seine Freunde und Kollegen von dem Betrieb, in dem er seit rund einem Jahr als Lagerlogistiker ausgebildet wird, sind entsetzt. Mit einer Landtagspetition versuchten sie, die bevorstehende Abschiebung zu verhindern.

Mohammed zog sogar mit seiner Rechtsanwältin, Kerstin Terhardt, bis vors Oberverwaltungsgericht Münster, nachdem sein Antrag vorm Mindener Verwaltungsgericht scheiterte.

Sein Antrag auf Asyl wurde wegen zu weniger Gründe abgelehnt. Trotzdem integrierte er sich schnell, lernte vorbildlich Deutsch. Damit er nicht vom deutschen Staat abhängig ist, ging er sieben Tage die Woche arbeiten.

Als er nach Deutschland kam, machte er zunächst falsche Angaben über seine Identität, die korrigierte er allerdings etwas später. Sein Arbeitgeber schätzt den 27-Jährigen als wertvollen Mitarbeiter.

Am Mittwoch wurde die Petition mit 7000 Unterschriften an Oberbürgermeister Pit Clausen übergeben. Doch seine Falschangaben, die er machte, könnten dem Flüchtling jetzt das Genick brechen. Die spielen laut Clausen nämlich "eine wichtige Rolle", wie er in der Neuen Westfälischen zitiert wird.

Die Petition führe deshalb nicht zur Stornierung des Abschiebeverfahrens. "Für die Dauer des Kirchenasyls ist eine Abschiebung aber unmöglich geworden", heißt es von der Stadt.

Jetzt soll der Fall vorm Petitionsauschschuss im Landtag besprochen werden.


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