Dreiste Abzocke! Braut-Betrügerin soll doppelt abkassiert haben

Das Brautmoden-Gechäft der 67-Jährigen ist mittlerweile geschlossen und geräumt. Nichts erinnert mehr an ihre angeblichen Betrügereien.
Das Brautmoden-Gechäft der 67-Jährigen ist mittlerweile geschlossen und geräumt. Nichts erinnert mehr an ihre angeblichen Betrügereien.

Bielefeld - Auf die mutmaßliche Braut-Betrügerin Kornelia H. (67) kommt jede Menge Ärger zu. Ende September wird sich die ehemalige Geschäftsführerin von Agora Braut- und Abendmoden erst mal wegen mehrfachen Kredit-Betrugs vorm Bielefelder Amtsgericht verantworten müssen (TAG24 berichtete).

Doch damit nicht genug! Es kommen immer mehr Details ans Licht, wie die 67-Jährige, die seit 27 Jahren eigentlich keinen Gewerbeschein mehr hatte, gutgläubige Bräute hintergangen und abgezockt haben soll.

Denn ihr war es anscheinend nicht genug, den Heiratswilligen das Geld für ihre Traumkleider, die sie später nicht bekommen sollten, vorab und in bar aus der Tasche zu ziehen. Anscheinend kassierte sie für viele Kleider sogar doppelt ab! Der Vorwurf: Unterschlagung!

"Die ursprünglichen Käuferinnen hatten ihre Kleider zum Ändern in die Schneiderei der Beschuldigten gegeben. Dann wurden die Brautmoden ein zweites Mal an weitere Frauen verkauft", erklärt Stefanie Lange, Sprecherin der Bielefelder Anklagebehörde, gegenüber dem Westfalen-Blatt.

Vorm Schöffengericht wird der Ex-Boutique-Besitzerin demnächst der Prozess gemacht. 20 betrogene Bräute haben Anzeige gegen sie erstattet, nachdem ihre mutmaßlich illegalen Machenschaften im März ans Licht und an die Öffentlichkeit kamen. Es wird aber vermutet, dass es noch wesentlich mehr Fälle gibt!

Für die Unterschlagungen wird sich Kornelia H. wohl nicht verantworten müssen, da sie "für das Gesamtbild nicht mehr ins Gewicht" fielen.

Dass die 67-Jährige die Bräute betrogen haben soll, ist schlimm genug. Doch die Folgen für die Betroffenen sind mindestens genauso schlimm: Viele haben mit psychischen Problemen zu kämpfen. Schließlich wurde ihnen der eigentlich schönste Tag im Leben durch viel Ärger, Ungewissheit, Enttäuschungen und Sorge versaut.

Nicht nur der mutmaßlichen Braut-Betrügerin geht es an den Kragen, sondern auch der polnischen Modefirma, die die Kleider herstellt (TAG24 berichtete). Eine der betrogenen Bräute will die Firma verklagen.


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