Geht es der mutmaßlichen Braut-Betrügerin jetzt an den Kragen?

Viele Bräute wurden von Kornelia H. um Geld gebracht.
Viele Bräute wurden von Kornelia H. um Geld gebracht.

Bielefeld - Immer mehr Bräute meldeten sich, als im März 2017 raus kam, dass Kornelia H. (67) zahlreiche Frauen im Bielefelder Brautmoden-Geschäft "Agora" um ihr Geld gebracht haben soll (TAG24 berichtete).

Die Masche der mutmaßlichen Betrügerin: Die Kleider wurden bar im Voraus bezahlt und warteten nur noch darauf, abgeholt zu werden. Doch daraus wurde nichts. Denn plötzlich standen die Bräute vor verschlossenen Türen.

Für sie wurde der Tag, der eigentlich der schönste in ihrem Leben sein sollte, auf einen Schlag ruiniert. Einige sagten sogar ihre Hochzeiten ab. Doch damit nicht genug: Kornelia H. musste sich bereits wegen mehrfachen Kredit-Betrugs vor Gericht verantworten.

Außerdem besitzt sie seit fast 28 Jahren keinen Gewerbeschein mehr - und trotzdem führte sie das Brautmoden-Geschäft. Nachdem die betrügerischen Machenschaften ans Licht kamen, erstatteten mindestens 20 Bräute Anzeige gegen sie.

Mittlerweile ist das Brautmoden-Geschäft geschlossen.
Mittlerweile ist das Brautmoden-Geschäft geschlossen.  © Screenshot/Facebook

Zwei Fälle werden ab Mittwoch vorm Amtsgericht Bielefeld verhandelt. Die Klägerinnen hatten ihre Kleider bezahlt, aber nie erhalten.

Sie fordern Schadensersatz in Höhe 5000 Euro - allerdings nicht von Kornelia H., sondern der polnischen Herstellerfirma. Sollten sie Erfolg haben, könnte das eine Klagewelle auslösen, so die Neue Westfälische.

Das Urteil könnte anderen betrogenen Bräuten als Präzedenzfall dienen. Der eigentliche Prozess gegen die mutmaßliche Betrügerin Kornelia H. wird vermutlich erst im März starten.

Grazyna Galczynska, der eingetragenen Inhaberin des Breslauer Mode-Herstellers, wird vorgeworfen, dass sie trotz Unregelmäßigkeiten, die bei "Agora" in Bielefeld auftauchten, nicht handelte.

Deshalb sei sie laut Rechtsanwältin Nicola Meise für die entstandenen Schäden verantwortlich. Dass der Fall friedlich gelöst wird, davon geht Meise nicht aus: "Wir haben die Gegenseite diesbezüglich kontaktiert. Es gab kein Interesse."


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