Amateurpornos: Warum stellen Menschen ihren Sex ins Netz?

Bielefeld – Warum machen Menschen ihren privaten Sex in Amateurpornos öffentlich? Diesem Phänomen will jetzt der Soziologe Sven Lewandowski von der Uni Bielefeld auf den Grund gehen.

Der Forscher sucht nach Paaren, die wirklich eine sexuelle Beziehung haben. (Symbolbild)
Der Forscher sucht nach Paaren, die wirklich eine sexuelle Beziehung haben. (Symbolbild)  © 123RF

Mithilfe privater Videos will der Forscher deswegen für ganze drei Jahre einen Blick in deutsche Schlafzimmer werfen.

So will der 49-Jährige, der für das Projekt extra von Würzburg nach Bielefeld kam, herausfinden, bei welcher Art von Sex sich die Menschen filmen und vor allem warum sie ihre Drehs öffentlich machen.

Finanziert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Passende Probanden für seine Studie will Lewandowski in entsprechenden Foren oder Chatrooms ausfindig machen.

Dabei richtet sich sein Interesse auf Amateurpornos, die nicht finanziell motiviert sind, sondern der Selbstinszenierung sexueller Identitäten und Formen des Begehrens dienen.

"Menschen haben die Neigung"

Der Forscher will herausfinden, warum Menschen selbst gedrehte Pornos veröffentlichen. (Symbolbild)
Der Forscher will herausfinden, warum Menschen selbst gedrehte Pornos veröffentlichen. (Symbolbild)  © 123RF

Lewandowski ist nicht der Meinung, dass die Darsteller in ihren Filmchen nur die üblichen Praktiken der Porno-Industrie nachstellen. "Die individuellen sexuellen Handlungsstile setzen sich auf Dauer immer durch", erklärt er gegenüber der Neuen Westfälischen.

Aus diesem Grund sucht der Soziologe nach echten Beziehungen oder Dauer-Affären. "Mich interessieren Ottonormalverbraucher, die jenseits der Kamera eine sexuelle Beziehung haben", so der Wissenschaftler.

Amateurpornographie ist für den Forscher völlig normal. "Diese Menschen haben eben die Neigung, ihr privates Leben auch auf diesem Gebiet öffentlich zu machen. So wie andere ihr Essen posten oder Fotos ihrer Kinder."

Titelfoto: 123RF

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