Ließ das BAMF einen selbsternannten IS-Anhänger trotzdem hier bleiben?

Bielefeld – Hat ein IS-Anhänger und Auftragsmörder wirklich ein Jahr lang in einer Einrichtung in Bielefeld-Ummeln gewohnt? Das berichtet die Neue Westfälische. Demnach soll das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Bescheid gewusst haben.

Das BAMF hat schon öfter von Selbstbeschuldigungen gehört.
Das BAMF hat schon öfter von Selbstbeschuldigungen gehört.  © DPA

Laut dem Bericht lebte der 1994 geborene Mann aus Bangladesch bis Januar 2018 rund ein Jahr lang im Wohncarree an der Zedernstraße. Weil sein Asylantrag ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde, reichte der Mann Klage beim Verwaltungsgericht Minden ein.

Bei seiner Anhörung beim BAMF soll er dann angegeben haben, in seiner Heimat "Auftragsmorde durchgeführt" und Wache gestanden haben, während andere mordeten. Außerdem gab er an, dass er den IS unterstütze. Gleich mehrmals soll er dies in der Anhörung gesagt haben.

"Normalerweise muss ein BAMF-Mitarbeiter in solch einem Fall unverzüglich die Sicherheitsbehörden alarmieren, da es sich bei dem Mann offenkundig um einen Gefährder handelt", wird ein Insider zitiert, der von einem "krassen Fehler der Behörde" spricht. "Bei der Beteiligung an einem Mord handelt es sich um einen Straftatbestand, der natürlich sofort geahndet werden muss, unabhängig davon, wo der Mord stattfand."

Vom BAMF selbst heißt es, dass hinter den Selbstbeschuldigungen meist die Hoffnung versteckt sei, nicht abgeschoben zu werden, da in den Heimatländern die Todesstrafe warte. "In der Anhörung beim Bundesamt kann es durchaus vorkommen, dass Asylantragsteller sich selbst schwerer Straftaten, wie Mord, bezichtigen."

Ende Dezember wurde in diesem speziellen Fall der Staatsschutz und das Landeskriminalamt eingeschaltet, drei Wochen später verschwand der Mann aus Deutschland. Er wird in Südeuropa vermutet.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0