Nach 29 Jahren! Hochspringer holt Medaille für Deutschland

Bielefeld/Birmingham - Auf dem Siegerpodest schimmern Tränen in seinen Augen, er winkt ins Publikum, er lacht und streichelt seine Bronzemedaille. Nein, die gibt er nicht mehr her, die behält er.

Bei der Siegerehrung strahlt Mateus Przybylko über seine Bronzemedaille.
Bei der Siegerehrung strahlt Mateus Przybylko über seine Bronzemedaille.  © DPA

"Die wollten meinen Namen da eingravieren, aber da hätte ich sie ja abgeben müssen, und das hätte bis Samstag gedauert", erzählte Hochsprung-Held Mateusz Przybylko, aus deutscher Sicht der Mann des Abends in Birmingham. "Da will ich doch schon nach Hause."

Danke, Mateusz! Nach 29 Jahren hat ein deutscher Hochspringer wieder Edelmetall bei einer Hallen-WM erkämpft - zuletzt hatte das ein gewisser Dietmar Mögenburg geschafft, 1989 in Budapest waren seine 2,35 Meter Silber wert, immerhin sechs Zentimeter mehr als Przybylko am Donnerstagabend in der Arena Birmingham. Der Kubaner Javier Sotomayor triumphierte damals mit 2,43 Metern - Weltrekord.

Przybylko hat polnische Eltern, sein jüngerer Bruder Kacper ist Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern. "Aber ich bin in Deutschland geboren, und ich bin froh, dass ich für Deutschland eine Medaille geholt habe", sagte er nach seinem Bronze-Coup in einem nervenaufreibenden Wettkampf. Bei 2,25 Meter war der Höhenflieger von Bayer Leverkusen fast raus, diese Trainingshöhe schafft er erst im dritten Anlauf.

"Ich steh da mit einer Medaille, ich bin einfach nur happy! Ich will jetzt nur noch nach Hause, ich bin kaputt und müde", erzählte er. Ob sich die Eltern oder die Brüder inzwischen gemeldet haben? "Ich weiß gar nicht, wer mein Handy hat, mein Trainer oder mein Physio? Ich glaube, mein Handy wird explodieren, aber egal - heute ist ja mein Tag!"

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0