Verurteilter Amokläufer attackiert Mithäftling mit Keramikscherbe

Bielefeld - Für einen 52-jährigen Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Brackwede kommt es jetzt richtig dicke. Weil der Mann im Februar 2017 einen Mithäftling mit einer Scherbe angegriffen und verletzt hatte, muss er sich wohl nun bald vor dem Landgericht verantworten.

In der JVA Bielefeld-Brackwede ging der verurteilte Dreifachmörder auf sein opfer los. (Symbolbild)
In der JVA Bielefeld-Brackwede ging der verurteilte Dreifachmörder auf sein opfer los. (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft dem verurteilten Amokläufer und Dreifachmörder Yanqing T. (52) versuchten Mord an einem 55-jährigen Mann vor.

Staatsanwalt Christopher York erklärte, dass der 52-Jährige beim Hofgang im Hochsicherheitstrakt eine Keramiktasse an der Wand zerschlagen und mit dieser den Mithäftling Fred W. attackiert hatte.

Sowohl Täter als auch Opfer sind für ihre Gräueltaten bekannt und berüchtigt. So hatte Yanqing T. im Februar 2014 bei einem Amoklauf zwei Anwälte in Düsseldorf getötet und wenig später eine Anwaltsgehilfin in Erkrath erschossen. Nach der Bluttat hatte er beide Kanzleien niedergebrannt.

Sein Opfer hatte hingegen eine Reihe an Banküberfällen auf dem Kerbholz und hatte im Jahr 2008 einen Autohändler in Krefeld ermordet. Seitdem sitzen beide lebenslang hinter Gittern.

Warum es zu der Attacke auf Fred W. kam, ist im Moment noch unklar. Es könnte durchaus möglich sein, dass das Motiv Rache war, denn als beide einst gemeinsam im Knast in Düsseldorf einsaßen, hatte Fred Yanqing verpfiffen. Er plauderte aus, dass der 52-Jährige vorhatte, Justizvollzugsbeamte mit einem Biss in den Hals zu töten.

Nach dem Vorfall im Bielefelder Gefängnis, wurde der Chinese Yanqing in Einzelhaft gesteckt, während das Opfer Fred schnellstmöglich verlegt wurde.

Ob die Zusammenlegung der beiden Schwerverbrecher in Bielefeld ein Versagen der Justizbehörden war, ist bis heute noch unklar.


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