Nach Gewalt-Vorwürfen: Kontrolleure wehren sich gegen schlechten Ruf

Bielefeld - Nachdem sich ein 18-Jähriger öffentlich über die angeblich gewalttätige Kontrolle von zwei moBiel-Mitarbeitern beschwerte (TAG24 berichtete), müssen sich viele Kontrolleure Vorwürfe anhören.

Den "Schlägertrupp"-Ruf wollen die Kontrolleure nicht akzeptieren.
Den "Schlägertrupp"-Ruf wollen die Kontrolleure nicht akzeptieren.

Dabei machen sie nur ihren Job. Und ob die Geschichte von Tarek T. tatsächlich stimmt, ist ebenfalls ungewissen. Letztendlich steht Aussage gegen Aussage. moBiel stellte sogar Strafanzeige gegen den 18-Jährigen, der seinerseits während der Kontrolle aggressiv geworden sein soll (TAG24 berichtete).

Trotzdem müssen sich die Mitarbeiter des Bielefelder Verkehrsunternehmens immer wieder Kritik gefallen lassen. Doch damit wollen sie jetzt Schluss machen. So suchen sie beispielsweise nicht - wie der 18-Jährige ihnen vorwarf - nach einem bestimmten Schema, um Schwarzfahrer zu entlarven: "Das reicht vom Schüler bis zum Senior, vom schlecht bis zum gut Gekleideten", erzählt ein Kontrolleur gegenüber der Neuen Westfälischen.

Seine Kollegin verteidigt die beiden Kontrolleure, die Tarek T. stellten: "Unsere Kollegen haben so gehandelt, wie es die Routine vorsieht. Wer keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen kann, muss sich ausweisen können. Dann gibt es später Post von moBiel. Wer keinen Ausweis mit hat, wird der Polizei an der nächsten Haltestelle übergeben. Notfalls halten wir ihn so lange fest, bis die Beamten eintreffen. Das sind wir den Fahrgästen schuldig, die eine Fahrkarte kaufen."

Als "Schlägertruppe" wollen sie sich jedenfalls nicht hinstellen lassen. "Pöbelnd, rotzend, schreiend, schlagend und ohne Fahrschein - vor diesen Menschen wollen wir unsere Fahrgäste möglichst schützen. Diese Fahrgäste wollen wir möglichst schnell aus der Bahn befördern", so die Kontrolleurin weiter.

Diejenigen, die kein Ticket dabei haben, kommen zum Teil ungestraft davon: Seit einiger Zeit müssen die moBiel-Mitarbeiter Uniformen tragen und sind daher nicht mehr zivil unterwegs. So erregen sie schneller Aufmerksamkeit, was manche zur Flucht treibt.


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