30-Jähriger sticht auf Bäckerei-Verkäuferin ein und zwingt sie zu verschiedenen Sexpraktiken

Der BGH kippte das Urteil vom Landgericht Bielefeld.
Der BGH kippte das Urteil vom Landgericht Bielefeld.  © DPA

Gütersloh - Für seine Opfer wird es vermutlich wie ein Schlag ins Gesicht sein: Obwohl Frank W. (30, Name geändert) im Dezember 2016 vom Landgericht Bielefeld zu einer zehneinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde (TAG24 berichtete), hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil jetzt auf.

Der gebürtige Russe bedrohte im Frühjahr 2015 seine damalige Partnerin mit einem Messer auf einem bereits geschlossenen Tankstellengelände. Anschließend vergewaltigte er sie.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten daraufhin gegen den Gütersloher. Das störte den aber anscheinend reichlich wenig. Denn noch während der Ermittlungen beging er die nächste grausame Tat.

Ende 2015 fiel er in der Wohnung von gemeinsamen Freunden wieder über seine ehemalige Lebensgefährtin her. Er würgte und vergewaltigte sie.

Nur ein paar Monate später dann der nächste Überfall: Dieses Mal ging er in eine Bäckerei an der Kahlertstraße in Gütersloh. Mit einem Messer stach er auf die Verkäuferin ein.

BGH KIPPT URTEIL VOM LANDGERICHT WEGEN GERINGEM RECHTSFEHLER

Eine Bäckerei-Verkäuferin wurde zum Opfer des 30-Jährigen. (Symbolbild)
Eine Bäckerei-Verkäuferin wurde zum Opfer des 30-Jährigen. (Symbolbild)  © DPA

Anschließend zerrte er sie in einen Lagerraum und zwang sie dort zu verschiedenen Sexpraktiken. Während der Verhandlung gegen ihn zeigte er keinerlei Reue. Stattdessen grinste er die Opfer hämisch an.

Das Gericht verurteilte den 30-Jährigen schließlich zu zehneinhalb Jahren Haft wegen der Vergewaltigungen. Der BGH wirft dem Landgericht Bielefeld jetzt allerdings vor, eine Haftstrafe falsch bewertet zu haben, wie das Westfalen-Blatt berichtet.

Damals habe man nämlich eine Bewährungsstrafe strafschärfend berücksichtigt. Die Bundesrichter halten allerdings dagegen, dass Frank W. erst später unter Bewährung gestellt wurde.

Daher müsse die Strafe neu bemessen werden. In einer Sache ist sich der BGH aber sicher: Die Taten hat der 30-Jährige begangen auch wenn er vor Gericht zu den Tatvorwürfen schwieg. Somit müssen die beiden Frauen immerhin nicht erneut vor Gericht aussagen.

Eine Neuverhandlung des Falls bleibt allerdings nicht aus.

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