Parship: Mann hält Widerrufsfrist ein und soll trotzdem saftige Rechnung zahlen

Bielefeld/Hamburg - Erfolgreich hat ein Bielefelder vor dem Hamburger Amtsgericht gegen das Singleportal "parship.de" geklagt.

Parship stellte dem Mann seine 12 tägige Mitgliedschaft hoch in Rechnung.
Parship stellte dem Mann seine 12 tägige Mitgliedschaft hoch in Rechnung.  © DPA

Der Mann hatte eine Premiummitgliedschaft abgeschlossen und dafür 600 Euro bezahlt. Zwei Tage vor Ablauf der eingeräumten Widerrufsfrist trat er von seinem Vertrag zurück, woraufhin ihm das Unternehmen 510 Euro in Rechnung stellte.

Das Datingportal berechnet den Wert der anteiligen Nutzung nach der Anzahl der bereits gelungenen Kontakte und nicht nach dem zeitlichen Anteil der Mitgliedschaft.

Da der Kläger in den 12 Tagen bevor der Widerruf in Kraft trat, zu sechs Singles Kontakt hatte, stellte der Konzern diese horrende Forderung, gegen die der Bielefelder mit Erfolg vorging.

Sein Rechtsanwalt Christian Bergmann erklärte gegenüber der Neuen Westfälischen: "Der Wertersatzanspruch nach der Zahl der Kontakte ist nach aktueller Rechtsauffassung unbegründet." Trotzdem zahlen viele Kunden diese Forderungen, um eine juristische Auseinandersetzung zu vermeiden, erläuterte er weiter.

Zudem hält er es durchaus für möglich, dass das eine Masche von Parship sei. Die Gegenpartei erschien nämlich weder zum Gerichtstermin, noch reichte sie irgendwelche Anträge ein. Daher wurde letztendlich ein Versäumnisurteil zugunsten des Klägers erlassen.

Viele Singles versuchen über das Internet die große Liebe zu finden. (Symbolbild)
Viele Singles versuchen über das Internet die große Liebe zu finden. (Symbolbild)  © DPA

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