Unterstützer von Holocaust-Leugnerin wollen "Todesfahrt" verhindern

Bielefeld/Hamburg - Seit Mai sitzt die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (89) aus Vlotho nun schon in Bielefeld-Brackwede hinter Gittern. Zu mehr als zwei Jahren ohne Bewährung wurde sie verurteilt (TAG24 berichtete).

Ursula Haverbeck sitzt aktuell in der JVA Bielefeld-Brackwede ein.
Ursula Haverbeck sitzt aktuell in der JVA Bielefeld-Brackwede ein.  © DPA

Obwohl sie mittlerweile ihre Strafe absitzt, nachdem sie den Haftantritt erst schwänzte (TAG24 berichtete), wird sie am 12. September erneut vor Gericht erscheinen müssen. Vorm Landgericht Hamburg findet ein Berufungsprozess statt.

Im November 2015 erhielt sie in erster Instanz eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung von zehn Monaten. Als der Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning stattfand, behauptete sie, Auschwitz hätte es nie gegeben. Auch im Fernsehen wiederholte sie diese Aussage. Gegen das Urteil legte sie Revision ein. Diese kommt jetzt zur Verhandlung.

Eine Tatsache, die Unterstützern der Holocaust-Leugnerin gar nicht schmeckt und für viel Kritik bei ihnen sorgt. "Eine fast neunzigjährige Frau soll von der JVA Bielefeld-Brackwede fünf Tage 'auf Transport' gehen, (...) ehe sie zur Verhandlung in Hamburg eintrifft", heißt es auf der Seite "Freiheit für Ursula".

Da die 89-Jährige angeblich mit anderen Gefangenen in einem Bus transportiert werde, dauert die eigentlich nur 250 Kilometer lange Strecke von Bielefeld nach Hamburg nicht ein paar Stunden, sondern mehrere Tage.

Im September muss Ursula Haverbeck wieder vor Gericht erscheinen.
Im September muss Ursula Haverbeck wieder vor Gericht erscheinen.  © DPA

Es sei "eine tagelange Odyssee" für Haverbeck, gar von einer "Todesfahrt" und "Grausamkeit" ist auf der Seite ihrer Unterstützer die Rede. Sie wollen jetzt Druck auf die Justiz aufbauen, "um zu erreichen, dass Ursula Haverbeck zumindest eine Direktverbindung von Bielefeld nach Hamburg ermöglicht wird".

"Das ist alles hanebüchene Propaganda", wiegelt der Leiter der JVA Bielefeld-Brackwede, Uwe Nelle-Cornelsen, im Westfalen-Blatt die Vorwürfe ab.

Denn offenbar steht noch gar nicht fest, wie Haverbeck nach Hamburg gebracht wird, ein Einzeltransport auf direktem Weg nach Hamburg wird zumindest geprüft.

Ein Einzeltransport wird dann durchgeführt, wenn besondere Gründe wie gesundheitliche Probleme oder ein hohes Alter vorliegen. "In dem vorliegenden Fall werden wir das Alter natürlich berücksichtigen", erklärte Nelle-Cornelsen gegenüber dem Westfalen-Blatt.

Titelfoto: DPA


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