Knappe Kiste: Millionen-Förderung zwingt Stadt zu Blitzumbau am Jahnplatz

Bielefeld – Mehr als 13 Millionen Euro stehen der Stadt Bielefeld zur Umgestaltung des Jahnplatzes zur Verfügung. Eine einmalige Chance - doch die Zeit rennt den Planern davon.

Taxifahrer fordern eine Mitbenutzung der Umweltspur auf dem Jahnplatz.
Taxifahrer fordern eine Mitbenutzung der Umweltspur auf dem Jahnplatz.

Wie die Neue Westfälische berichtete, steht die Stadt enorm unter Zeitdruck, weil die Zuschüsse für emissionsfreie Innenstädte an enge Fristen gebunden sind. Schon in drei Jahren muss der Platz fertig sein.

Obwohl die Politiker erst grobe Pläne über das Aussehen des neuen Platzes geschmiedet haben, wurden bereits erste Aufträge für Planungsbüros ausgeschrieben. "Sonst schaffen wir den Zeitplan nicht", so Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr.

Die Politiker sind verärgert: "Das widerspricht dem Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses", meint Hans-Jürgen Franz von der SPD. Jan-Helge Henningsen (CDU) fügt hinzu: "Die Rechte der Bezirksvertretung werden übergangen."

Hinzu kommt, dass die Verkehrsverwaltung vier verschiedene Aufträge für die Platzgestaltung, Verkehrsanlagen, Grün sowie Statik an die Planungsbüros vergeben will. Dazu wurden europaweite Ausschreibungen getätigt (TAG24 berichtete).

Kritische Vorlage für Umbau

Der Umbau behält den laufenden Verkehrsversuch bei.
Der Umbau behält den laufenden Verkehrsversuch bei.

Im Sommer 2020 soll der Umbau beginnen. Bei zwei Jahren Bauzeit könnte der Platz dann grade so mit Ablauf der Frist fertig werden.

Zudem muss dann eine Bau-Vorlage dreier Büros dienen, die 2018 bei den Politikern aller Parteien auf erhebliche Kritik stieß.

Demnach sollen die Radwege an den Jahnplatz-Haltestellen zwischen Wartebereich und Buseinstieg verlaufen. "Das funktioniert nicht", war sich der Stadtentwicklungsausschuss damals einig. Normal werden erst die politischen Beschlüsse und dann die Ausschreibungen getätigt.

Der Umbau orientiere sich zudem an dem laufenden Verkehrsversuch. Eine Umweltspur für Busse soll erhalten bleiben, sowie pro Richtung eine Autospur. Auch der Niederwall bleibt weiterhin abgebunden.


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