Für verzweifelte Eltern: Mehr Kita-Plätze und ein kostenfreies Jahr

Bielefeld – Im kommenden Kita-Jahr 2019/2020 werden 12.800 Plätze in Bielefeld zur Verfügung stehen. Dazu kommen rund 905 Plätze bei Tageseltern. Doch reichen diese Plätze?

Im kommenden Jahr wird es mehr Kita-Plätze in Bielefeld geben. (Symbolbild)
Im kommenden Jahr wird es mehr Kita-Plätze in Bielefeld geben. (Symbolbild)  © 123RF

Erst im August startet das neue Kita-Jahr, doch jetzt ist schon klar: In diesem Jahr gibt es mehr Plätze. Ingo Nürnberger (SPD), Sozialdezernent, geht von rund 13.705 Plätzen aus, so die Neue Westfälische.

"Insgesamt haben wir elf Kitas in der Pipeline, im nächsten Jahr werden wir fünf an den Start bringen", so Nürnberger.

Auch die Ängste vieler Eltern könnten besänftigt werden: "Es gibt einen Rechtsanspruch, den wir erfüllen müssen", so Nürnberger.

Doch nicht jedes Kind kann in der Wunsch-Kita der Eltern untergebracht werden. Während des laufenden Jahres könnten immer mal wieder Plätze in den Kitas und bei Tageseltern frei werden, aber nur, wenn die Familien wegziehen. Noch bis zum 31. Januar laufen die Anmeldeverfahren.

Beitragsfreie Unterbringung im vorletzten Kita-Jahr

Das Land will Geldmittel zur Verfügung stellen. (Symbolbild)
Das Land will Geldmittel zur Verfügung stellen. (Symbolbild)  © 123RF

"Es gibt aber jetzt schon jede Menge Vor-Anmeldungen", berichtete Nürnberger. Bei einigen Kitas wurden schon Kinder angenommen. Doch viele Einrichtungen warten das Ende des offiziellen Verfahrens ab. "Über rund 2.000 Plätze aber ist noch nicht entschieden", beruhigt Nürnberger zahlreiche Eltern.

Die Chancen auf einen Platz in der Wunsch-Kita steigen, indem sich die Familien in den Einrichtungen vor Ort vorstellen und so Kontakte mit den Kita-Angestellten knüpfen.

Bielefeld wird ab dem kommenden Jahr vom "Gute Kita Gesetz" der Bundesregierung und der Kita-Reform in NRW profitieren. Es soll ein neues Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geben, dass die stetige strukturelle Unterfinanzierung der Kitas bundesweit beenden soll.

Für das Jahr 2020/2021 werden 750 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Rund 375 Millionen Euro stammen von den Kommunen. "Das ist keine gute Tat der Landesregierung alleine, wir gehen mit in die Verantwortung", erklärte Nürnberger. Der Beitrag, den die Stadt Bielefeld stemmen soll, ist noch nicht genau kalkuliert. Der Sozialdezernent rechnet mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbetrag. "Das wird die Situation in den Kitas zumindest stabilisieren. Der Kostendruck wird spürbar sinken und die Qualität hoffentlich noch besser werden."

Auch die Stadt kann als Träger von 42 städtischen Kitas von dem Gesetz profitieren. Denn auch die Zahl der kommunalen Kindergärten soll sinken. Das Land will sich stärker an der Finanzierung der Kitas beteiligen. Eltern können sich vor allem auf ein zusätzliches kostenfreies Kita-Jahr freuen.

Ab 2020/2021 soll das verletzte Kita-Jahr für alle Kinder kostenfrei sein: "Das Land wird die Kosten tragen. Wenn Eltern weniger zahlen müssen, ist das eine gute Sache", so Nürnberger. Auch Eltern mit wenig Einkommen sollen entlastet werden.

"Ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr ist ein Schritt in die richtige Richtung und bringt eine spürbare Entlastung für Eltern", erklärt Regine Weißenfeld (SPD), Vorsitzende des Jugendhilfe-Ausschusses. Die komplette Kita-Beitragsfreiheit wird von der Landesregierung dennoch weiter abgelehnt: "Kitas sind Bildungseinrichtungen und somit der erste Teil der Bildungskette."

"Mehr Geld ist gut und richtig, wird aber alleine nicht ausreichen", so Weißenfeld. "Wir brauchen auch mehr Personal, um einen besseren Betreuungsschlüssel und die gewünschten flexibleren Öffnungszeiten hinzubekommen."

Titelfoto: 123RF


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