OP-Horror mit Folgen: Draht durchbohrt Nerv in Arm von 8-Jähriger

Bielefeld – Bei der Operation eines gebrochenen Arms durchstießen Ärzte eines Bielefelder Klinikums 2011 einen Nerv im Arm des damals acht Jahre alten Mädchens. 7 Jahre später leidet sie immer noch unter den Folgen.

Bei der OP durchbohrte ein Draht den Nerv im Arm der 8-Jährigen. (Symbolbild)
Bei der OP durchbohrte ein Draht den Nerv im Arm der 8-Jährigen. (Symbolbild)  © 123RF

Beim Sturz von einem Klettergerüst im September 2011 brach das achtjährige Mädchen sich den linken Oberarm, woraufhin sie in einem Bielefelder Krankenhaus operiert wurde.

Kurze Zeit später schilderte die 8-Jährige ihren Eltern Empfindungs- und Berührungsschmerzen in den Fingern. Mehrfach sprachen diese in dem Krankenhaus vor, doch den Symptomen wurde laut Neuer Westfälischen keine Beachtung geschenkt.

Dabei zeigten die damals angefertigten Röntgenbilder genau, was die Ursache für die Sensibilitätsstörungen war: Bei der Operation des gebrochenen Oberarms hatte einer der zur Fixierung genutzten Drähte einen Nerv durchbohrt.

Dieses Risiko sei laut des Gutachters Professor Jörg Jerosch bei derartigen Eingriffen bekannt. Bei Hinweisen einer Schädigung des Nervs sei "auf jeden Fall ein Neurologe hinzuzuziehen", hieß es in dem Gutachten. Ebenfalls konnte Jerosch die als Normalbefund deklarierte Auswertung der Röntgenaufnahmen nicht nachzuvollziehen.

Dass die heute 15-Jährige ihren Arm wieder bewegen kann, hat sie einer Nerventransplantation in Tübingen zu verdanken. Trotzdem muss sie weiterhin mit Einschränkungen leben, die durch eine sofortige Korrektur durch das Krankenhaus hätten verhindert werden können.

Nachdem die Eltern des Mädchens das Krankenhaus verklagt hatten, einigten sich die Parteien auf einen Vergleich, woraufhin das Krankenhaus 22.500 Euro Schmerzensgeld an die 15-Jährige zahlte.