Kurden und Linke stürmen WDR-Studio in Bielefeld

Bielefeld - Weil sie eine Berichterstattung über die Hungerstreikenden in der Türkei verlangten, haben am Donnerstagvormittag neun kurdische und linke Demonstranten das Studio Bielefeld des WDR gestürmt.

Die Demonstranten auch ein Banner aufgehängt.
Die Demonstranten auch ein Banner aufgehängt.

Kurz nach der Stürmung, gegen 11.40 Uhr, alarmierte Studioleiterin Solveig Münstermann die Polizei und schilderte, was gerade vorgefallen sei. Zuvor hatte sie den Demonstranten angeboten, ein Schriftstück, welches sie dabei hatten, weiterzuleiten.

"Aber die wollten eine Zusicherung für eine Berichterstattung. Das können wir nicht machen", erläuterte sie gegenüber der Neuen Westfälischen.

Eine Demonstrantin erklärte hingegen, dass sie bereits vor Ort mit Gewalt von Seiten des WDR empfangen worden seien und sie doch nur auf den Protest der Kurden in der Türkei aufmerksam machen wollten. Allerdings sei nach mehreren Bitten, auch bei anderen WDR-Studios, nichts passiert.

Laut Angaben der Polizei war die Stimmung vor Ort sehr aufgebracht. Einige der Demonstranten hatten es sogar in das Studio geschafft, wo sie deutlich machten, das Gebäude nicht mehr verlassen zu wollen.

Die Aktivisten wollten Solidarität mit den Hungerstreikenden in der Türkei zeigen.
Die Aktivisten wollten Solidarität mit den Hungerstreikenden in der Türkei zeigen.

Nachdem mehrere Beamten vor Ort eintrafen, vermittelte der Einsatzleiter. Er erklärte den Demonstranten, dass das Thema durchaus seine Berechtigung habe, aber dass eine Medienberichterstattung nicht erzwungen werden dürfe.

Zudem teilte er ihnen mit, dass der Sender auf Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs verzichten werde, wenn sie friedlich wieder abziehen würden.

Das Angebot nahmen die Demonstranten auch schließlich an und verließen das Gebäude. Trotzdem wurde gegen alle Beteiligte auch noch ein Platzverweis ausgesprochen.

Im Endeffekt wollten die Aktivisten auf die kurdische Politikerin Leyla Güven hinweisen, die sich in einem inzwischen 71 Tage andauernden Hungerstreik befindet. Diese möchte wiederum mit ihrem Streik auf die Lage des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalans aufmerksam machen.

Ihr haben sich inzwischen 280 andere sich in Haft befindende Kurden angeschlossen, die sich inzwischen seit 32 Tagen in einem Hungerstreik befinden.

Die Polizisten verwehrten einigen Aktivisten den Zugang zum WDR-Studio.
Die Polizisten verwehrten einigen Aktivisten den Zugang zum WDR-Studio.

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