Säugling stirbt nach schweren Misshandlungen: Ist der Vater (34) Schuld?

Bielefeld – Mehr als zwei Jahre nach dem qualvollen Tod eines drei Monate alten Säuglings in Bielefeld rollt das Landgericht Hagen den Prozess neu auf. Erneut soll entschieden werden, ob der damals unter Drogen stehende Vater seinen Sohn ermordet hat.

Nach schweren Misshandlungen erlag der kleine Junge seinen Verletzungen. (Symbolbild)
Nach schweren Misshandlungen erlag der kleine Junge seinen Verletzungen. (Symbolbild)  © 123RF

Wie das Westfalenblatt berichtete, konnte ein Notarzt am 14. November 2015 in einer Wohnung an der Weihestraße nur noch den Tod des Babys feststellen. Bei der folgenden Obduktion wiesen mehrere Knochenbrüche, ein geborstener Schädel und Hirnblutungen auf eine massive Misshandlung des kleinen Jungen hin. Die Zwillingsschwester überlebte schwer verletzt.

Im Prozess im Herbst 2016 nannte der Rechtsmediziner jedoch eine Lungenentzündung als Todesursache. Wegen "versuchten Totschlags durch Unterlassen" verlangte der Staatsanwalt dennoch drei Jahre und vier Monate Haft für den 34-jährigen Vater.

Das sahen die Richter jedoch anders: sie gaben dem Verteidiger des Angeklagten recht, der die Tat als fahrlässige Körperverletzung einstufte und setzten den 34-Jährigen einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten aus.

Dieses Urteil war im August 2017 wiederum dem Bundesgerichtshof zu fehlerhaft. So seien die schweren Verletzungen, die am Tag vor dem Tod des Säuglings entstanden, vom Bielefelder Richter nicht ausreichend gewürdigt worden.

Somit wurde der Fall erneut an das Landgericht Hagen verwiesen, das ab dem 11. September erneut über den Tod des Bielefelder Zwillingsjungen gegen den 34-jährigen Vater verhandeln will. Dieser lebt heute wieder mit der Mutter zusammen, die ein viertes Kind von ihm bekam.


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