Mordanschlag auf Mithäftling: Wie lange bleibt der Amokläufer noch im Knast?

Bielefeld – Im Prozess um einen versuchten Mord im Gefängnis spricht das Landgericht Bielefeld am Freitag (9 Uhr) ein Urteil. Angeklagt ist ein Mann, der im Februar 2017 versucht haben soll, einen Mithäftling aus Rache zu töten.

Mit der Scherbe einer Kaffeekanne hat der Täter seinen Mithäftling attackiert.
Mit der Scherbe einer Kaffeekanne hat der Täter seinen Mithäftling attackiert.  © DPA

Die Staatsanwaltschaft hatte auf 13 Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung für den 53 Jahre alten Angeklagten plädiert (TAG24 berichtete).

Sein Anwalt sprach sich für eine Verurteilung lediglich wegen versuchter schwerer Körperverletzung aus. Nach seiner Auffassung handelte es sich um einen Streit unter Häftlingen. Vergleichbare Fälle gebe es immer wieder.

Der in China geborene deutsche Angeklagte sitzt im Gefängnis, weil er im Februar 2014 bei einem Amoklauf im Rheinland drei Morde, zwei Brandstiftungen und weitere schwere Straftaten begangen hatte.

Im Knast bei Düsseldorf soll er gegenüber dem später angegriffenen Mithäftling verraten haben, dass er bei einem Suizid auch Wärter mit in den Tod reißen wolle. Das meldete der Nebenkläger bei der Gefängnisleitung, die verschärfte Haftbedingungen anordnete.

Wegen einer Justizpanne trafen die beiden Männer im Knast in Bielefeld erneut aufeinander. Der 53-Jährige hatte bei einem Hofgang den Griff einer Kaffeekanne abgeschlagen und hatte mit der Scherbe in der Hand den wesentlich größeren und stärkeren Mithäftling angegriffen (TAG24 berichtete).

Der wehrte sich erfolgreich und Wärter trennten die beiden Kontrahenten. Bis auf ein paar Hautabschürfungen war nichts passiert.

Der Angeklagte betritt den Sitzungssaal im Landgericht - er muss für weitere 8 Jahre im Gefängnis bleiben.
Der Angeklagte betritt den Sitzungssaal im Landgericht - er muss für weitere 8 Jahre im Gefängnis bleiben.

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