LOOM-Kunden beschweren sich: Flaschensammler stören Einkaufs-Erlebnis

Auch im LOOM sind Flaschensammler unterwegs.
Auch im LOOM sind Flaschensammler unterwegs.

Bielefeld - Das Bielefelder LOOM erstrahlt seit einigen Tagen im weihnachtlichen Glanz. Der beste Zeitpunkt also, um das Weihnachts-Shopping in dem Einkaufscenter zu beginnen.

Und da man vom Shopping hungrig wird, kommt ein Abstecher zum "Food-Court" im obersten Geschoss gerade recht.

Bei einem Burger oder Nudeln können Besucher ihre Akkus wieder aufladen. Dazu gehört natürlich auch etwas zu trinken. Und die Pfandflaschen, die sich dabei ansammeln, locken auch die Flaschensammler an.

Die sind manch einem Kunden aber ein Dorn im Auge. Kaum hat man die Flasche geleert, stehen die Sammler schon da. Eine davon ist Gertrud (Name von der Redaktion geändert).

Die 85-Jährige hat wenig Geld. Nur eine schmale Witwen-Rente von 600 Euro hat sie zum Leben. Das Sammeln von Pfand ist wichtig, um ihr Portemonnaie etwas zu füllen. "Anders schaffe ich es nicht über die Runden", erzählt sie gegenüber der Neuen Westfälischen.

"[I]ch brauche Medikamente aus der Apotheke, für meinen Husten und meine Lungenerkrankung. Das kostet eine Menge Geld." 135 Euro musste sie alleine im November bezahlen.

"Ich verdiene mit dem Sammeln nicht viel. Ich wühle auch nicht im Müll. Ich spreche Leute immer direkt an." Und im "Food-Court" sind viele Leute. So kommt einiges an Pfandflaschen zusammen.

In Bielefeld gibt es viele Flaschensammler. (Symbolbild)
In Bielefeld gibt es viele Flaschensammler. (Symbolbild)  © DPA

Flaschen im Wert von etwa zwei bis drei Euro sammelt Gertrud seit der LOOM-Eröffnung jeden Tag. "Das ist für mich eine Menge Geld." Auch andere Flaschensammler entdeckten das Shopping-Center bereits für sich.

Das kommt allerdings nicht bei allen gut an. Einige Besucher fühlen sich gestört und reagieren verärgert, sagt die 85-Jährige. "Man wollte mich schon rauswerfen lassen. Flaschensammler sind hier überhaupt nicht erwünscht."

Dass ihr sogar schon mit Hausverbot gedroht wurde, diesem Vorwurf widerspricht Center-Manager Michael Latz vehement: "Das ist eindeutig falsch. Wir sind ein öffentlicher Platz und haben bislang kein Hausverbot für Flaschensammler ausgesprochen - auch, wenn wir theoretisch die Möglichkeit dazu hätten."

Fühlen sich Besucher allerdings gestört, reagieren Mitarbeiter: "Beispielsweise, wenn mehrfach um Flaschen gebettelt wird, oder wenn Flaschen direkt vom Tisch geklaut werden. Auch das Wühlen in Mülleimern ist unerwünscht, wenn der ganze Müll dann neben den Behältern liegt."

Beschwerden von Kunden seien bisher aber nur vereinzelt gekommen. "Wir müssen an die Sache mit etwas Feingefühl rangehen", so Latz.

Und auch Gertrud gesteht, dass es durchaus aggressive Flaschensammler gibt: "Einige reißen den Kunden die Flaschen ohne zu fragen aus der Hand. Das ist richtig frech. Aber mir würde das nicht im Traum einfallen. Ich frage immer ganz freundlich. Dagegen dürften die Mitarbeiter eigentlich nichts haben."

Und solange man sie lässt, will sie weiterhin im LOOM und der Innenstadt Flaschen sammeln.


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