Verbot gekippt! Zirkus darf mit Wildtieren auftreten

Elefanten durften lange nicht in Bielefeld auftreten.
Elefanten durften lange nicht in Bielefeld auftreten.  © DPA

Bielefeld - Ein Ratsbeschluss aus dem November 2016 machte sämtlichen Zirkussen einen Strich durch die Rechnung. Der verbot nämlich, dass Wildtiere in Bielefeld gezeigt oder mitgeführt werden dürfen (TAG24 berichtete).

Das Verwaltungsgericht Minden entschied jetzt in einem Eilverfahren, das vom Zirkus Charles Knie angeleiert wurde, dass dieser Beschluss unzulässig sei.

Eigentlich wollte der Zirkus mit seinem "rollenden Zoo" zwischen dem 15. April und 4. Mai 2018 an der Radrennbahn auftreten. Das wurde ihm allerdings mit Bezug auf den Ratsbeschluss verboten.

"Wir sind froh, dass uns das Gericht das dreiwöchige Gastspiel nun doch noch ermöglicht", erklärt Patrick Adolph, Sprecher des Zirkus aus Einbeck, gegenüber dem Westfalen-Blatt.

Da der Zirkus keine Ersatzstätte fand, wäre ihm ein Schaden in Höhe von 12.000 Euro pro Tag entstanden. Das Verwaltungsgericht begründete sein Urteil so, dass nur das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Bundesrat ein Verbot fürs Zurschaustellen von Wildtieren erlassen kann.

Das wurde bisher allerdings nicht ausgeübt. "Der Versuch, diesen Zustand auf kommunaler Ebene zu ändern, ist unzulässig", so die zuständigen Richter. Zudem verstoße der Beschluss gegen die vom Grundgesetz geschützte Berufsausübungsfreiheit.

Der Zirkus Knie versichert zudem, dass alle Tiere gesund seien: "Wir waren in diesem Jahr in 46 Städten, und jedes Mal haben Amtsveterinäre die Tiere überprüft. In unserem Tierbestandsbuch findet sich nicht ein Eintrag über beanstandete Haltungsbedingungen."

Neben Bielefeld haben in den letzten Jahren rund 60 weitere Städte, darunter auf Paderborn und Detmold, Wildtier-Verbote erlassen.

Auch Kängurus waren vom Verbot betroffen.
Auch Kängurus waren vom Verbot betroffen.  © DPA

Titelfoto: DPA


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