Nur fünf Stunden am Tag arbeiten: Ist er der beste Chef?

Nach fünf Stunden Arbeit ist hier Schluss, den Chef freut's.
Nach fünf Stunden Arbeit ist hier Schluss, den Chef freut's.  © Wolfgang Rudolf

Bielefeld - Seit dem 16. Oktober leben zwölf Mitarbeiter einer Digital-Kommunikationsagentur in Bielefeld den Traum! Sie arbeiten nur noch fünf Stunden am Tag und das, weil der Chef es so will (TAG24 berichtete).

Lasse Rheingans will daran festhalten, vor allem weil er nach drei Monaten noch keinen richtigen Überblick hat, wie sich die Arbeitszeit auf Zufriedenheit, Krankheitstage und Umsatz auswirken. Bisher ist er allerdings sehr zufrieden.

Nicht nur in Bielefeld ist er deswegen Gesprächsthema, auch nationale und internationale Aufmerksamkeit ist ihm sicher, "das spricht dafür, wie relevant das Thema für viele Menschen ist", wird Rheingans in der Neuen Westfälischen zitiert.

"Wenn man die üblichen Pausen im Acht-Stunden-Tag abzieht, die es so bei uns nicht gibt, komme ich auf den Vergleich von fünf gegenüber sechs bis sechseinhalb Stunden – wir müssen also nur gut eine Stunde aufholen gegenüber früher", rechnet er. Trotzdem bleibe noch Zeit für private Gespräche. "Es ist auch nicht so, dass bei uns jeder Blick aufs Handy verboten ist – und wir rasen auch nicht nur durch alles so durch", sagt er.

Überaus positiv aufgefallen sei ihm die Lust der Angestellten auf Fortbildungen: "Wer in einem Acht- bis Zehn-Stunden-Tag steckt, hat kaum noch Muße, sich über größere und aufwändigere Fortbildungen den Kopf zu zerbrechen." Außerdem sei "die Frustrationstoleranz gegenüber Überstunden deutlich gestiegen."

Auch wenn es hier und da ein paar Probleme gebe, stehe über allem das positive: "Die nachwachsende Managergeneration erkennt, dass es in der Zukunft für uns vor allem um eines geht, darum, Kreativität zu fördern. Erzwingen kann man sie nicht, sie entsteht in Freiräumen", so der Unternehmer.

Titelfoto: Wolfgang Rudolf


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