Ärger und Enttäuschung: Darum könnte die Brautmoden-Klage abgewiesen werden

Viele Bräute wurden von Kornelia H. um Geld gebracht.
Viele Bräute wurden von Kornelia H. um Geld gebracht.

Bielefeld/Oldenburg - Fast ein Jahr lang kämpfen betrogene Bräute bereits um ihr Recht. Im März 2017 meldeten sich immer mehr Heiratswillige, weil sie von einer mutmaßlichen Betrügerin um ihr Geld fürs Hochzeitskleid gebracht worden sein sollen (TAG24 berichtete).

Immer mehr Details kamen zu Geschäftsinhaberin Kornelia H. (67) ans Licht: Beispielsweise besitzt sie seit gut 28 Jahren keinen Gewerbeschein mehr und musste sich bereits wegen Kredit-Betrugs vor Gericht verantworten. Obwohl die mutmaßlichen Betrügereien aufflogen, soll die 67-Jährige weiter versucht haben, Neu-Kundinnen anzuwerben und erneut zu prellen.

Vorm Amtsgericht Bielefeld sollte jetzt zwar nicht ihr der Prozess gemacht werden, aber dafür der Herstellerfirma Agora, deren Namen auch das mittlerweile geschlossene Brautmoden-Geschäft von Kornelia H. in Bielefeld trug.

Zwei Bräute hatten das Unternehmen aus Polen verklagt. Wie verhärtet die Fronten zwischen ihnen und der Marke sind, zeigte sich bereits am ersten Verhandlungstag im Januar (TAG24 berichtete). Jetzt steht der Prozess allerdings auf der Kippe!

Mittlerweile ist das Brautmoden-Geschäft geschlossen.
Mittlerweile ist das Brautmoden-Geschäft geschlossen.  © Screenshot Facebook

Der Grund: Das Amtsgericht Bielefeld bezweifelt, dass es für die Verhandlung zuständig ist. Vielmehr sieht es die Zuständigkeit im niedersächsischen Oldenburg, von wo Manuela Wolke (46), eine der Klägerinnen, stammt.

Nachdem der Ärger bei Agora begann, bekam die 46-Jährige von Geschäftsführerin Grazyna Galczynska nämlich ein Ersatzkleid nach Hause geschickt (TAG24 berichtete). An dem stimmte allerdings vorne und hinten nichts.

Trotzdem sei der Kaufvertrag dementsprechend in Oldenburg "erfüllt" worden. Nicola Meise, die Manuela Wolke vertritt, ist verärgert. Bei dem Kleid habe es sich lediglich um ein "Probekleid" gehandelt, heißt es in der Neuen Westfälischen.

Änderungen wären im Bielefelder Geschäft vorgenommen worden. Während das Amtsgericht den Prozess nach Oldenburg verlegen will, forderte Galczynska bereits, dass er nach Breslau, also dem polnischen Sitz der Firma, verlegt werden sollte.

Letztendlich führt wohl kein Weg an Oldenburg vorbei: Das Amtsgericht in Bielefeld steht kurz vor der Abweisung der Klage! Wann hingegen der Prozess gegen Kornelia H. beginnen wird, steht immer noch nicht fest.

Titelfoto: Screenshot Facebook


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