Blitz-Marathon auf dem OWD: Ist das überhaupt noch erlaubt?

Bielefeld – Der mobile Laser-Blitzer "Esther" sorgt derzeit für viel Ärger bei den Autofahrern in OWL. Vor allem seit das Ordnungsamt ihn hinter den stationären Blitzern auf dem Ostwestfalenfamm (OWD) platziert hat.

Kurz vor der Ausfahrt ist der mobile Blitzer platziert.
Kurz vor der Ausfahrt ist der mobile Blitzer platziert.

Seit dem 15. November steht nun zum ersten Mal ein mobiler Blitzer auf dem Ostwestfalendamm (TAG24 berichtete).

Esther treibt in Fahrtrichtung OWD-Tunnel kurz vor der Ausfahrt Adenauerplatz/Stapenhorststraße ihr Unwesen. Das heißt: Gleich hinter den fest verbauten Radaranlagen!

Die stationären Blitzer auf dem OWD sind den Autofahrern seit Jahren bekannt: Vor den Radarfallen bremsen viele Autofahrer stark ab, um dahinter wieder Gas zu geben. Und auf genau diese Raser hat es die Stadt besonders abgesehen.

Das mit Erfolg: Bereits in der ersten Woche löste Esther rund 1.000 Mal aus. Doch eine Frage schwirrt so manchem Autofahrer im Kopf herum: Darf dort überhaupt mobil gemessen werden?

Wie die Neue Westfälische berichtete, heißt es im Ordnungsbehördengesetz, dass "nach Paragraf 12 des Polizeiorganisationsgesetzes auf autobahnähnlichen Straßen die Überwachung durch die Ordnungsbehörden nur mit festinstallierten Anlagen mit eingesetztem technischen Gerät" erfolgen darf.

Dass der Ostwestfalendamm autobahnähnlich ist, bestreitet auch Norman Rosenland, Leiter des Bereichs Verkehrsordnungswidrigkeiten beim Ordnungsamt, nicht.

Weil der Zusatz "nach Paragraf 12 des Polizeiorganisationsgesetzes" aber Strecken definiere, auf denen nur die Autobahnpolizei zuständig ist, dürfe die Stadt neben den fest installierten Radaranlagen auch Blitzer Esther einsetzen.

Denn von der A 33-Auffahrt bis zum Südring ist zwar die Autobahnpolizei zuständig, vom Südring bis zum Tunnel jedoch, ist das Ordnungsamt für die Geschwindigkeitsmessungen verantwortlich.

Blitzer zu dicht hintereinander?

Nur einige Meter liegen zwischen den festen Blitzern und "Esther".
Nur einige Meter liegen zwischen den festen Blitzern und "Esther".

Nur 800 Meter liegen zwischen der fest installierten Blitzanlage und dem mobilen Gerät. Doch auch das sei laut des Experten zulässig.

"Aber es ist in der Tat so, dass man nur einmal für einen Tempoverstoß bestraft werden kann. Vorausgesetzt in dem Streckenabschnitt gilt dieselbe Tempobeschränkung." So werden zunächst die Fahrzeuge der mobilen Blitzer dokumentiert und gleichzeitig bei Esther gelöscht.

Zudem darf der mobile Radar nur an einer Stelle am OWD hinter der Leitplanke aufgestellt werden. Eine Messung auf dem Standstreifen wäre zu gefährlich. Da der Straßenrand der Stadt gehört, so wie es für die Aufstellung für Blitzer erforderlich ist, darf Esther auf der Grünfläche stehen.

Noch knapp eine Woche müssen sich die Autofahrer vor der heimtückischen Esther auf dem OWD in Acht nehmen.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0