Nach Prügelattacke: Wurden im Vorfeld Hinweise ignoriert?

In der Nähe des Boulevards wurde ein 32-jähriger Bielefelder von fünf Zuwanderern niedergeschlagen.
In der Nähe des Boulevards wurde ein 32-jähriger Bielefelder von fünf Zuwanderern niedergeschlagen.

Bielefeld - Hätte die brutale Attacke auf einen 32-jährigen dunkelhäutigen Mann auf der Brücke über den Ostwestfalendamm verhindert werden können? Aus dem Umfeld der Einrichtung, in der die Täter gelebt haben, heißt es, das "böse Ende" sei absehbar gewesen.

Wie die Neue Westfälische berichtet, beschuldigt ein Informant die Diakonische Stiftung Ummeln als Träger der Einrichtung "Refugium", warnende Hinweise ignoriert zu haben.

Die Haupttäter, ein 15-jähriger Marokkaner und ein 17-jähriger Afghane, sitzen in Untersuchungshaft (TAG24 berichtete). "Sie haben die komplette Gruppe in Aufruhr versetzt, und das über Monate", heißt es aus den Informanten-Kreisen. Von Einbrüchen, Diebstahl, Belästigung und aggressivem Verhalten sei die Rede.

Tatsächlich gehören solche Ereignisse zum "Alltagsgeschäft in der Jugendhilfe", erklärt Stiftungs-Vorstand Pastor Uwe Winkler in der Zeitung. Man betreue schwierige Jugendliche, "dass die auffällig werden, ist so speziell nicht für uns."

Die Einrichtung weist die Vorwürfe zurück und will viel mehr auf die besondere Situation aufmerksam machen: "Die Jungs sagen nicht immer Danke dafür, dass sie hier sind", erklärt Sarah Dieckbreder-Vedder, die Leiterin der Jugendhilfe bei der Stiftung.

Das sei für die Helfer oft nur schwer auszuhalten. Wegen der Dringlichkeit waren in 2016 viele Mitarbeiter ohne die sonst nötige fachliche Ausbildung für die Jugendhilfe eingestellt worden.

Der Informant vermutet sogar finanzielle Motive für das Festhalten an den schwierigen Jugendlichen. Dafür sei man bereit gewesen, "den Verlust von kompetenten Personal und die Diskreditierung der unbescholtenen Jugendlichen in Kauf zu nehmen."


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