Familiendrama: Erschoss ein Vater seine Tochter und dann sich selbst?

Bielefeld/Paderborn – Nach einem tödlichen Familiendrama am Samstagabend in Paderborn (TAG24 berichtete) steht fest: Bei den Toten handelte es sich um Vater und Tochter.

Eine brennende Kerze vor der Haustür erinnert an die Bluttat.
Eine brennende Kerze vor der Haustür erinnert an die Bluttat.  © Ralph Meyer

Der Fall um die nach einem heftigen Streit durch Schüsse getöteten Familienmitglieder in dem Wohngebiet Kaukenberg wirft viele Fragen auf.

Gegen 19.15 Uhr waren vor einer Doppelhaushälfte in der kleinen Stichstraße Schüsse gefallen. Dann lagen der 90-Jährige und seine 63 Jahre alte Tochter blutüberströmt am Boden. Neben ihnen eine Schusswaffe.

Als Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot am Tatort eintrafen, war der 90-Jährige bereits tot. Die 63-jährige Frau erlag wenig später trotz Wiederbelebungsmaßnahmen im Rettungswagen ihren Schussverletzungen.

Das Motiv ist bislang unklar. Fest steht laut Polizeiangaben aber, dass der Täter sich unter den Opfern befand.

Gegenüber der Neuen Westfälischen berichteten Anwohner von wiederholten Streitigkeiten zwischen dem verwitweten Vater und der unverheirateten Tochter, die zusammen in einem Haus leben.

90-Jähriger war in Psychiatrie

Der 90-Jährige hatte seine Tochter vor dem gemeinsamen Haus erschossen.
Der 90-Jährige hatte seine Tochter vor dem gemeinsamen Haus erschossen.

Erst vor kurzem soll der 90-jährige Wissenschaftler mit osteuropäischen Wurzeln von einem Aufenthalt in der Psychiatrie zurückgekehrt sein.

Eine weitere Tochter des Mannes, die in der anderen Doppelhaushälft lebt, erlitt bei der Bluttat einen Schock und kam ins Krankenhaus. Sie wird von Notfall-Seelsorgern betreut.

Unter der Leitung von Kriminalhauptkommissarin Jutta Horstkötter hat die Bielefelder Mordkommission am Samstag die Ermittlungen zum Tötungsdelikt am Kaukenberg aufgenommen. Für eine erste Spurensicherung blieb der Tatort bis Sonntag weiträumig gesperrt.

Die Nachbarn in der Stichstraße sind fassungslos. Seit 18 Jahren habe man friedlich zusammen gewohnt, heißt es. Dass der 90-Jährige eine Waffe besaß, sei unvorstellbar. Auch das Motiv der Tat könne man sich nicht erklären.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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