Polizist vergewaltigt Freundin seiner Frau und ist noch immer im Dienst

Herford/Bielefeld - Weil er die Freundin seiner Ehefrau vergewaltigt hatte, wurde am Freitag ein 44-jähriger Polizist des Polizeipräsidiums Bielefeld zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt (TAG24 berichtete). Trotz der Verurteilung ist der Mann noch immer im Dienst, was bei vielen auf Unverständnis stößt.

Eine Dienstwaffe darf der Polizist derzeit nicht tragen. (Symbolbild)
Eine Dienstwaffe darf der Polizist derzeit nicht tragen. (Symbolbild)  © DPA

Der verheiratete Polizist wurde vom Herforder Schöffengericht schuldig gesprochen, im März 2017, nach einem Grillabend mit einer Freundin seiner Frau, diese in deren Wohnung vergewaltigt zu haben.

Da der Mann aber im Vorfeld des Strafprozesses ein fünfstelliges Schmerzensgeld und vor Gericht ein ausgiebiges Geständnis abgelegt hatte, musste er nicht in den Knast und kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Zudem verständigten sich laut Informationen des Westfalen-Blattes das Gericht, die Staatsanwaltschaft, die Verteidigung und die Nebenklagevertreter darauf, dass das Strafmaß unter zwölf Monaten blieb, wodurch der Mann seinen Beamtenstatus behält.

Wäre er zu einer Strafe von mehr als einem Jahr verurteilt worden, hätte er nicht nur das Beamtenrecht verloren, sondern wäre außerdem sofort seines Amtes enthoben worden.

Derzeit läuft nur ein Disziplinarverfahren gegen den 44-Jährigen, was auch für Verständnislosigkeit unter den eigenen Kollegen des Verurteilten sorgt. Ihrer Meinung nach hätte der Hauptkommissar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe sofort vom Dienst suspendiert werden müssen. "So ein Mann ist nicht mein Kollege", sagte ein Polizist.

Polizeisprecher Achim Ridder bestätigte nur, dass ein Disziplinarverfahren gegen den Hauptkommissar eingeleitet worden sei und erklärte weiter: "Da wir uns zu Personalfragen grundsätzlich nicht äußern, nehmen wir zu weiteren Fragen auch hier nicht Stellung."


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