Mehr als 2.000 Menschen sind dieses Jahr im Mittelmeer ertrunken

Bielefeld – Viele Passanten wundern sich über die Kerzen und Gedenktafeln vor dem Bielefelder Rathaus. Wurde die Trauerstelle für den Terroranschlag in Straßburg errichtet oder gab es erneut ein Unglück? Nichts von beidem. Der Bielefelder Verein "Seebrücke Bielefeld" erinnert an die zahlreichen Toten im Mittelmeer.

Die Trauerstelle vor dem Bielefelder Rathaus erinnert an ein Grab.
Die Trauerstelle vor dem Bielefelder Rathaus erinnert an ein Grab.

Wenn es dunkel wird, brennen die Kerzen und auch ein Trauerkranz liegt bereit. Blumensträuße liegen auf einer Art Grabstein. Auf einem Holzkreuz schwimmen Papierboote.

Viele Bielefelder fragen sich, was es mit dieser Trauerstelle auf sich hat. Viele denken an ein Unglück oder den Terror in Straßburg.

Der Grund ist jedoch ein ganz anderer: Die "Seebrücke Bielefeld" hat bereits am 10. Dezember den Ertrunkenen im Mittelmeer gedacht, berichtete die Neue Westfälische.

An dem Tag wurde der viel kritisierte Migrationspakt verabschiedet. Der Verein erklärt dazu: "Im vergangenen Jahr sind wieder mehr als 2.123 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Die staatliche Seenotrettung wurde eingestellt und eine weitgehende Behinderung und Kriminalisierung der privaten Rettungsschiffe überlässt die in Seenot geratenen Menschen mehr und mehr ihrem Schicksal."

Die Organisation hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, Forderungen an eine Menschliche Migrationspolitik zu äußern. Dazu wurden Zeichen der Trauer für alle Menschen, die bislang im Mittelmeer verunglückt sind, gesetzt. Zu diesem Zweck wurde die Trauerstelle errichtet.

Tausende Menschen geraten bei der Flucht in Seenot und müssen gerettet werden.
Tausende Menschen geraten bei der Flucht in Seenot und müssen gerettet werden.  © DPA

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