Randalierer stirbt kurz nach Verhaftung: Misshandelte ihn die Polizei?

Rietberg – Am 9. Juli nahmen Polizisten einen Randalierer (46) in einem Wohngebiet in Rietberg fest (TAG24 berichtete), der kurz nach seiner Festnahme plötzlich kollabierte und starb. Nun wirft der Fall neue Fragen auf, denn die Angehörigen erheben schwere Vorwürfe gegen die Beamten.

Ist die Polizei Schuld am Tod des 46-Jährigen?
Ist die Polizei Schuld am Tod des 46-Jährigen?

So sollen Polizisten den Mann, der zum Zeitpunkt der Randale offensichtlich unter einem psychischen Anfall litt, bei der Festnahme massiv misshandelt und geschlagen haben. Daraufhin hat der Bruder des Opfers den Hamburger Rechtsanwalt Alexander Kin beauftragt, die Polizisten anzuzeigen.

"Den Angehörigen des Verstorbenen gelang es, mit den Anwohnern und Augenzeugen am Ort des Geschehens zu sprechen. Diese berichteten von massivstem polizeilichen Einsatz zum Nachteil des Betroffenen", berichtete Kin gegenüber TAG24.

"Darüber hinaus zeugen auch die multiplen Verletzungen, Blutergüsse und Hämatome am Kopf des Leichnams von erheblicher äußerer Einwirkung."

Polizeiliche Ermittlungen würden bereits laufen. Als die Angehörigen versuchten, die Polizei zur Mitteilung der tatsächlichen Hintergründe zu bewegen, seien sie auf ignorantes Verhalten und Schweigen gestoßen.

Im Bezug auf die Hämatome des Toten ergab die am 10. Juli veranlasste Obduktion "keine äußeren, todeswürdigen Verletzungen". Es sei von einer inneren Ursache auszugehen. Da auf Bildern des Opfers jedoch erhebliche Blutergüsse an Kopf und Hals zu sehen seien, würden die Angehörigen und der Anwalt die Glaubwürdigkeit der Obduktion anzweifeln, berichtete das Westfalen Blatt.

Daher sei ein weitere Obduktion eines unabhängigen Gutachters angefordert worden, über deren Durchführung die Bielefelder Staatsanwaltschaft noch entscheiden wolle. Allerdings soll das Opfer bereits heute beigesetzt werden.


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