Kollegen sollen Prozess leiten: Zwei Richter überfahren

An der Rohrteichstraße wurden die beiden Richter angefahren.
An der Rohrteichstraße wurden die beiden Richter angefahren.

Bielefeld - Ende Februar hat ein psychisch kranker Mann in Bielefeld zwei Richter überfahren (TAG24 berichtete). In drei Wochen soll der Prozess am Landgericht starten, doch der Verteidiger des Angeklagten lehnte zwei Richter ab.

Sven Karsten, Anwalt des Tatverdächtigen Thomas S., hat die beiden Richter der 10. Strafkammer wegen Befangenheit abgelehnt, so das Westfalen-Blatt. Für ihn sei es unverständlich, dass der Prozess ausgerechnet vor der 10. Strafkammer verhandelt werden müsse.

Denn eines der Opfer (37) gehörte zusammen mit zwei Kollegen zur Besetzung der 10. Strafkammer. Deshalb habe Karsten "vorsorglich und rechtzeitig" den Antrag gestellt.

Gegenüber der Zeitung erklärte der Anwalt, dass sich die beiden Richter "für nicht befangen erklärten." Kontakte zum Unfallopfer bestanden nur dienstlich.

Ob einer der zwei Richter nun den Prozess verhandeln dürfe, klärt eine andere Kammer im Landgericht. Sven Karsten war irritiert: "Ich bin sehr erstaunt, dass sich die Richter nicht selbst abgelehnt haben."

Der Tatverdächtige der der im Auto saß, wurde kurz nach der Festnahme in eine Psychiatrie eingewiesen. Während der Vernehmung ist es auffällig geworden (TAG24 berichtete).

Kreidemarkierungen deuten die Stelle des Unfalls an.
Kreidemarkierungen deuten die Stelle des Unfalls an.  © Christian Mathiesen

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