Vergiftetes Pausenbrot: Polizei muss 21 Todesfälle prüfen

Schloß Holte-Stukenbrock - Nach einem mutmaßlichen Mordversuch mit vergiftetem Pausenbrot werden die Ermittlungen ausgeweitet (TAG24 berichtete). Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen jetzt rückwirkend 21 Todesfälle seit dem Jahr 2000.

Wollte ein 56-Jähriger mehrere Menschen mit dem Gift töten? (Symbolbild)
Wollte ein 56-Jähriger mehrere Menschen mit dem Gift töten? (Symbolbild)  © 123RF

Dabei geht es um Mitarbeiter einer Firma im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock, die vor Eintritt in den Ruhestand gestorben waren, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mitteilten. Auffallend oft seien die Betroffenen demnach an Herzinfarkten und Krebserkrankungen gestorben.

Seit Mai 2018 sitzt ein 56-Jähriger Mitarbeiter der Firma in Untersuchungs-Haft. Er soll versucht haben, mit einem toxischen Pulver auf der Brotzeit seinen Kollegen umzubringen. Der Tatverdächtige war durch Videoaufzeichnungen überführt worden, nachdem einem Kollegen ein verdächtiges Pulver auf dem Belag seines Brotes aufgefallen war (TAG24 berichtete).

Zu den Vorwürfen schweigt der Mann, das Motiv ist offen. In seiner Wohnung hatten die Ermittler laut Mitteilung Stoffe gefunden, aus denen giftige Substanzen hergestellt werden können. Darunter sind Quecksilber, Blei und Cadmium. Nach einem vorläufigen Gutachten des Landeskriminalamtes soll der Verdächtige giftiges Bleiacetat auf das Brot gestreut haben.

Die Menge sei dazu geeignet gewesen, schwere Organschäden auszulösen.

Verdächtiger laut Firma "auffällig unauffällig"

Als "auffällig unauffällig" beschreibt das Unternehmen den Mitarbeiter, der mindestens drei seiner Kollegen mit Bleipulver vergiftet haben soll. Nach Angaben von Personalchef Tilo Blechinger war der Mann 38 Jahre lang im Unternehmen.

Aufgeflogen war der Fall, nachdem ein Kollege auffälliges Pulver auf seinen Stullen entdeckt hatte. "Dann haben wir uns auch dank des guten Verhältnisses zum Betriebsrat schnell darauf geneigt, das Ganze zu überprüfen", sagt Blechinger.

Der mutmaßliche Täter hat in einer Firma in Schloß Holte-Stukenbrock gearbeitet.
Der mutmaßliche Täter hat in einer Firma in Schloß Holte-Stukenbrock gearbeitet.  © DPA

Titelfoto: 123RF


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