"Back deinen Mann glücklich": Sexismus-Skandal bei Dr. Oetker?

Bielefeld/Schweiz - Hat sich der Bielefelder Familienkonzern "Dr. Oetker" mit einer Schweizer Werbekampagne einen echten Sexismus-Skandal eingehandelt?

Ist Dr. Oetker mit der Werbung ins Fettnäpfchen getreten?
Ist Dr. Oetker mit der Werbung ins Fettnäpfchen getreten?  © DPA

Das scheint auf den ersten Blick jedenfalls so: Ein Werbemotiv zeigt eine Frau mit Schürze, die - passend zur bevorstehenden Weltmeisterschaft - stolz eine aufwendige Torte in Fußball-Form präsentiert.

Zu der Anzeige steht der Spruch: "Back deinen Mann glücklich - auch wenn er eine zweite Liebe hat." Und gerade der stößt vielen sauer auf.

Hat sich der Lebensmittelhersteller etwa an Kampagnen aus den 1950er Jahren orientiert? Damals erklärte Dr. Oetker in einem Spot: "Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?" Früher war Werbung, die die Frau hinterm Herd als Hausmütterchen abstempelt, allgegenwärtig.

Heutzutage ist diese "klassische Rollenverteilung" überholt - und Werbung wie diese wird als purer Sexismus wahrgenommen. Ironisch fragt eine Userin auf Twitter: "Sie wissen ja, eine Frau hat zwei Lebensfragen: was soll ich anziehen und wer kann #DrOetker verraten, dass wir nicht mehr in den 50ern leben? Peinlich, peinlich @Dr_OetkerCH @DrOetkerDE"

Dieses Werbemotiv erregt die Gemüter!
Dieses Werbemotiv erregt die Gemüter!

Andere Frauen nehmen das Werbemotiv mit Humor: "Und, wie backt ihr eure Männer so? Meiner ist am glücklichsten bei 180 Grad Umluft, 50 Minuten. Dann geht er auch schön auf", schreibt Natasche Wey.

Doch was sagt Dr. Oetker selbst zu den Sexismus-Vorwürfen? Gegenüber der Schweizer Zeitung "20 Minuten" erklärte eine Sprecherin überraschend: "Die Kampagne Love Cake inklusive des aktuell öffentlich diskutierten Fussballmotivs wurde von einem Team ausschliesslich aus modernen Frauen und teilweise auch Teilzeit arbeitenden Müttern entwickelt. Wir haben das Fussballmotiv jedoch offensichtlich nicht auf diese Weise interpretiert, sondern verstehen es auch mit einer gewissen Ironie."

Aufmerksamkeit wolle man mit der umstrittenen Kampagne nicht erregen: "Wir können das ganz klar verneinen." Stattdessen sollen die Schweizer zum Backen animiert werden.

"Wir freuen uns darüber, wenn der Mann die Frau glücklich backt, der Enkel den Opa oder die Schwester den Bruder."


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