Alles vergeben und vergessen! 155 Häftlinge kommen in Bielefeld eher aus dem Knast

Hinter Gefängnisgittern starb der Mann. (Symbolbild)
Hinter Gefängnisgittern starb der Mann. (Symbolbild)

Bielefeld - Die vorzeitige Haftentlassung, weil Weihnachten ist? Kling irgendwie nach einem Traum vieler Knast-Insassen. In Nordrhein-Westfalen ist der allerdings gar nicht so abwegig.

Erst vor kurzem kam die sogenannte "Weihnachtsamnestie" dem ehemaligen Top-Manager Thomas Middelhoff zugute (TAG24 berichtete). Von den drei Jahren, zu denen er eigentlich verknackt wurde, musste er letztendlich nur zwei absitzen.

So wie ihm geht es in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Senne 134 weiteren Häftlingen, darunter sechs Frauen, wie das Westfalen-Blatt berichtet. 2016 wurden noch 193 Insassen vorzeitig entlassen (TAG24 berichtete).

Die Wahl, wer eher gehen darf, wird nicht wahllos getroffen. Denn nicht jeder kann von der Weihnachtsamnestie profitieren. Dazu müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.

Einigen von ihnen stand beispielsweise ohnehin die Entlassung kurz bevor. Gute Chancen hat außerdem, wer sich während seines Knast-Aufenthalts gut benommen hat. Middelhoff durfte eher gehen, da man dem 64-Jährigen eine gute Sozialprognose bescheinigte.

Wer dieses Jahr kein Glück hatte und nicht eher den Knast verlassen darf, muss aber nicht traurig sein: Ein Großteil der Häftlinge, die weiterhin im offenen Vollzug sind, dürfen die Feiertage zu Hause bei der Familie verbringen. In Gefängniskreisen wird das als "Langzeitausgang" bezeichnet.

Aber auch hinter schwedischen Gardinen müssen die Straftäter nicht auf ein besonderes Weihnachts-Essen oder eine Feier verzichten. Dafür wird gesorgt.

Zu den 135 Häftlingen aus Bielefeld-Senne kommen weitere 20 Insassen aus Brackwede, denen ebenfalls die Weihnachtsamnestie gewährt wird. Unter ihnen sind 14 Männer und sechs Frauen.

Titelfoto: DPA


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