Angst vor Wölfen: Wie gefährlich sind sie für den Menschen?

NRW – Ende Dezember 2018 hat man die Senne-Landschaft offiziell zum zweiten Wolfsgebiet in NRW erklärt (TAG24 berichtete). Nicht nur den Tierhaltern bereitet das große Sorgen, auch kommt die Frage auf: Müssen sich Menschen vor dem Wolf fürchten?

Wer doch auf einen Wolf trifft, sollte lieber Abstand halten.
Wer doch auf einen Wolf trifft, sollte lieber Abstand halten.  © DPA

Zuletzt hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW Ende vergangenen Jahres ein Wolfsgebiet in Schermbeck (Kreis Wesel) registriert. Dort hatte das Tier in zwei Dezember-Nächten mehrere Schafe gerissen.

Auch die Bielefelder Senne umfasst ein rund 922 Quadratmeter großes Gebiet, in dem seit mehr als sechs Monaten immer wieder Wölfe gesichtet wurden. Dazu zählt eine Pufferzone von 3.390 Quadratkilometern, in der sich der Wolf ebenfalls aufhalten kann.

Warum das Tier bei vielen Menschen solche Ängste auslöst, sei laut Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann "rational nicht erklärbar", wie die Neue Westfälische berichtete.

Möglich sei aber die Erinnerung an die vorindustrielle Zeit, in der die Wölfe auch Kinder angefallen und getötet haben sollen. "Dadurch ist das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf entstanden."

Tatsächlich habe der Wolf daran aber kein Interesse und reagiert gegenüber Menschen eher Scheu. Von daher sei eine Begegnung mit ihm ziemlich unwahrscheinlich. Es kann jedoch vorkommen, dass der Wolf Häuser, Autos oder Garagen streift.

Was tun, wenn man den Wolf trifft?

In NRW gibt es bereits zwei offizielle Wolfsgebiete.
In NRW gibt es bereits zwei offizielle Wolfsgebiete.

Sollte es doch zu einer Begegnung mit dem wilden Tier kommen, sollte man sich dem Wolf nicht nähern oder ihn füttern. Der Experte rät, stehen zu bleiben und abzuwarten, bis sich das Tier von allein den Rückzug antritt.

Will man selbst den Abstand vergrößern, sollte man das nur langsam tun. Auch lässt sich das Tier möglicherweise durch Winken oder Klatschen vertreiben.

Geschossen werden darf der Wolf jedoch nicht, da er unter Naturschutz steht. Ausnahme ist das Überschreiten der "wolfsfreien Zone", wie aus einem Beschluss der Unions-Fraktion im Bundestag vom November hervorgeht. Hintergrund sei der Ärger von Landwirten über die Raubzüge auf ihr Nutzvieh.

Grundsätzlich ziehen die Tiere Beute wie Reh, Rotwild und Wildschweine vor. Werden dennoch die Nutztiere der Bauern gerissen, können diese Schadensersatzansprüche über die Förderrichtlinie Wolf geltend machen.

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