Kostenlos Bus und Bahn? Stadt will neuen Weg prüfen lassen

Bielefeld - Wie verrückt wäre das denn? Kostenlos mit Bus und Bahn durch die Bielefelder Stadt fahren. Diese Idee will das "Paprika-Bündnis" aus dem Rathaus in einer Studie prüfen lassen.

Busse und Bahnen könnten in Zukunft umsonst genutzt werden.
Busse und Bahnen könnten in Zukunft umsonst genutzt werden.

Am Dienstag stellte Michael Gugat (parteilos/Piraten/Bürgernähe) diesen Antrag im Rathaus vor, der das Ziel haben soll, kostenfreie ÖPNV in der City zu nutzen. Die Konsequenzen für die Stadt sollen nun ermittelt werden, so berichtet das Westfalen-Blatt.

Etwas 60 Millionen Fahrgäste nutzen die Linienbusse und Straßenbahnen von moBiel im Jahr. Das entspricht einen Umsatzerlös von 60 Millionen Euro, die am Ende des Jahres nicht reichen.

Die Stadtwerke Bielefeld schießen Jahr für Jahr 20 Millionen Euro ihrem Tochterunternehmen zu, um den Fahrbetrieb aufrecht zu erhalten. Eigentlich steht die moBiel-Mutter gar nicht in der Pflicht, sondern die Stadt müsste die Defizite ausgleichen.

In Zukunft könnte es sein, dass die Stadtkasse beansprucht werden muss, sollten die Gewinne der Stadtwerke einbrechen. Eine Tendenz die sich bereits jetzt abzeichnet. Letzten Endes bedeutet das, dass die Stadt jährlich 87 Millionen Euro auf der hohen Kante haben muss, um moBiel zu finanzieren.

Auf einigen Linien soll das kostenlose Angebot getestet werden.
Auf einigen Linien soll das kostenlose Angebot getestet werden.

Zusätzliche Investitionen kämen obendrauf. Die Finanzierung einer solchen Summe ist bisher völlig ungeklärt, weshalb sich das "Paprika-Bündnis" damit beschäftigt.

Deshalb soll die Studie aufklären, ob ein kostenloser Weg sinnig wäre. Jens Julkowski-Keppler (Grüne) verdeutlichte, dass mit der Studie kein endgültiges Konzept vorliegen werde. "Wir wollen eine Diskussionsgrundlage schaffen", sagte er weiter.

Der erste Schritt sei es, bis zum 26. Juni mit den lokalen und regionalen Verantwortlichen, den Umfang der Studie abzustimmen. Verschiedenste Modelle sollen schon bald getestet werden.

Im Endeffekt müssen vor allem die Finanzierungsmöglichkeiten und rechtlichen Fragen abschließend geklärt werden. Zudem seien die Auswirkung auf die Klimaschutzziele zu erfassen.

Am 15. März soll in der Ratssitzung über die Studie abgestimmt werden, die Kosten im sechsstelligen Bereich verursachen könnte. Die finanziellen Mittel sollen aus Klimaschutzförderprogrammen und dem Regiopolprojekt kommen.


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