Pläne für "Tüte": FDP will neuen Treffpunkt für Trinker-Szene schaffen

Die Trinker-Szene an der "Tüte" beschäftigt Stadt und Politik seit langer Zeit.
Die Trinker-Szene an der "Tüte" beschäftigt Stadt und Politik seit langer Zeit.

Bielefeld - An der sogenannten "Tüte" in Bielefeld in der Nähe vom Haupahnhof gibt es seit Monaten Stress.

Anwohner und Passanten beschweren sich regelmäßig über die Drogen- und Trinker-Szene, die sich dort breitgemacht hat. Einige zogen bereits die Reißleine und zogen aus der Umgebung weg (TAG24 berichtete).

Politik und Stadt befassen sich seit längerer Zeit mit dem Thema. Mehr Razzien, mehr Kontrollen des Ordnungsamtes und eine Verbreiterung des Weges von 4,50 Meter auf neun Meter wurden bereits diskutiert und teilweise durchgeführt.

Wirklich Besserung brachte bisher allerdings nichts. Jetzt bringt die FDP einen neuen Plan ins Spiel. "Wir wollen die Menschen nicht verdrängen, sondern eine Alternative schaffen", wird Ratsmitglied Jasmin Wahl-Schwentker in der Neuen Westfälischen zitiert.

Und die sieht vor, dass die Trinker-Szene in die Nahariyastraße umzieht. Dort soll der Teil eine Grünstreifens zum Treffpunkt umfunktioniert werden.

Dazu könnte der Grünstreifen umgestaltet und überdacht werden. Zudem würden Toiletten aufgestellt. Für diesen Plan müssten allerdings zehn Parkplätze dran glauben.

Hier könnte der neue Treffpunkt entstehen.
Hier könnte der neue Treffpunkt entstehen.  © Screenshot/Google Street View

"Die Leute, die sich an der Tüte treffen, möchten einen Ort haben, wo sie hingehen können und wo sie auch gesehen werden. Das ist ihr Recht, auch ihnen gehört die Stadt."

Notwendig sei eine Neuordnung für den Bahnhofsbereich, findet der Architekt Joachim Oehme. Sein Vorschlag wäre es, den Platz zwischen Bahnhof und dem Hotel "Bielefelder Hof" zur Fußgängerzone umzugestalten. Dazu müsste der Verkehr auf Taxen beschränkt werden.

Wer von der Herbert-Hinnedahl-Straße aus abbiegt, soll dann nur noch nach links fahren dürfen. "Außerdem müsste der Bereich vor der Stadthalle attraktiver gemacht werden, unter anderem mit Möglichkeiten für eine Außengastronomie des Hotels", so Oehm.

"Auf diese Weise würden mehrere Probleme gelöst und die Leute von der Tüte könnten in Bahnhofsnähe bleiben." Mit der Verlagerung des Treffpunkts soll der Vorplatz vom Bahnhof für Reisende wieder attraktiver werden.

"Wir möchten die Entwicklung an der Tüte eindämmen. Auch wenn es eine attraktive Alternative für die Menschen dort gibt, wird es ohne sanften Druck wohl nicht gehen", ist sich Wahl-Schwentker sicher.


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