Trotz Höchststrafe: Polizei ermittelt weiter gegen Pausenbrot-Vergifter

Bielefeld – Trotz der Höchststrafe im Prozess um vergiftete Pausenbrote will die Staatsanwaltschaft Bielefeld den Fall noch nicht zu den Akten legen.

Vor dem Bielefelder Landgericht wurde Klaus O. zu lebenslanger Haft verurteilt.
Vor dem Bielefelder Landgericht wurde Klaus O. zu lebenslanger Haft verurteilt.  © DPA

Die Ermittlungen zu 21 ungeklärten Todesfällen von Mitarbeitern des Betriebes in Ostwestfalen würden nach dem Prozessende am Donnerstag nicht eingestellt, sagte der ermittelnden Staatsanwalt Veit Walter am Freitag.

"Aktuell ermitteln wir weiter. Das ist eine Momentaufnahme." Sollte der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis stehen, könnte sich das allerdings schnell ändern.

Laut Walter hätten weitere Nachweise von Straftaten und ein möglicher neuer Prozess Auswirkungen auf die Strafbewertung nach 15 Jahren Haft des am Donnerstag verurteilten Bielefelders.

In Deutschland werden lebenslange Haftstrafen nach diesem Zeitraum üblicherweise überprüft und zur Bewährung ausgesetzt.

Lebenslange Haft und Sicherheitsverwahrung

Die Ermittlungen in dem Fall sollen trotzdem noch nicht eingestellt werden.
Die Ermittlungen in dem Fall sollen trotzdem noch nicht eingestellt werden.  © DPA

Am Donnerstag war ein 57-jähriger Deutscher für versuchten Mord und Körperverletzung durch das Landgericht Bielefeld zu einer lebenslangen Haftstrafe und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Schlosser drei seiner Kollegen über Jahre mit Chemikalien auf Pausenbroten und Getränkeflaschen gesundheitlich schwer geschädigt hatte (TAG24 berichtete).

Einer der drei Opfer liegt mit einem Hirnschaden seit 2016 im Wachkoma und muss gepflegt werden, zwei sind schwer nierenkrank.

Nach der Festnahme des Täters hatten die Ermittlungsbehörden im Juni 2018 angekündigt, 21 ungeklärte Todesfälle in dem Betrieb genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dabei geht es um Mitarbeiter der Firma in Schloß Holte-Stukenbrock, die vor Eintritt in den Ruhestand gestorben waren. Auffallend oft waren die Betroffenen demnach an Herzinfarkten und Krebserkrankungen gestorben.

Titelfoto: DPA

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