Wohnung abgefackelt! Schlief der Mann mit Zigarette im Mund ein?

Bielefeld - Am 11. Mai 2017 rückte die Feuerwehr zu einem Brand am Wellensiek in Bielefeld aus (TAG24 berichtete). Ein vermeintlich verletzter Mann wurde direkt ins Krankenhaus gebracht.

Mit zwei Drehleitern rückte die Feuerwehr Bielefeld aus.
Mit zwei Drehleitern rückte die Feuerwehr Bielefeld aus.  © Christian Mathiesen

Schnell wurde klar, dass der gerettete Mann unter starkem Alkoholeinfluss stand. Im Gutachten stand ein Promillewert von 2,4, so das Westfalen-Blatt.

Sachverständiger entdeckten im Haus drei Brandstellen, die nicht zufällig Feuer fingen. Deshalb rückte der Bielefelder nun in den Fokus der Staatsanwaltschaft.

Ihm wird vor Gericht vorgeworfen, den Brand selbst gelegt zu haben. Der Angeklagte wehrt sich massiv gegen diese Anschuldigungen.

Er sei acht Jahren obdachlos gewesen, spielte abends in Bielefelder Kneipen Gitarre und trank gerne dort, so der Mann. "Es überstiege meine Vorstellungskraft, dass ich meine Existenz aufs Spiel gesetzt habe", erklärte er vor Gericht.

Er wolle zu dem Vorwurf wenig sagen, weil er "keine Ahnung habe, wie der Brand entstanden ist." Der Mann, der damals unter einer "manischen Episode mit parathymen psychotischen Symptomen" litt, vermutete, dass das Feuer "fahrlässig" entfacht ist.

Möglich sei, dass er mit der Zigarette auf dem Sofa einschlief und im Schlafzimmer eine Kerze umgekippt sei. Er gab hingegen zu, dass er am Vortag eine Flasche Rotwein, fünf halbe Liter Bier und zwölf Schnäpsen in einer Kneipe trank und besoffen gewesen sei.

Für das Gericht ein kniffliger Fall, weil der der Mann stark krank und ein alkoholisches Problem habe. Nun erwägt die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer Psychatrie.

Eine Person wurde bei dem Brand verletzt.
Eine Person wurde bei dem Brand verletzt.  © Christian Mathiesen

Titelfoto: Christian Mathiesen