Junge fliegt wegen Bombe von Schule, dabei ist er selbst das Opfer

Bielefeld – "Sie sind festgenommen" hieß es, als Beamte den Schüler des Westfalen-Kollegs am 1. Dezember in Handschellen aus der Schule führten, weil er mit einer Bombe gedroht haben soll.

Das Westfalen-Kolleg hat sich klar rechtswidrig verhalten.
Das Westfalen-Kolleg hat sich klar rechtswidrig verhalten.  © Facebook/Westfalen-Kolleg Bielefeld

Der üble Verdacht erwies sich jedoch als falsch, denn die Polizei fand bei Andre Hübscher (24) weder eine Waffe noch eine Bombe. Grund für die falsche Bombendrohung solle laut Hübscher die Intrige zweier eifersüchtiger Mitschülerinnen gewesen sein.

Nach dem Verhör bei der Polizei wurde der 24-Jährige aufgrund möglicher Eigengefährdung in die Psychiatrie eingewiesen, doch nach drei Wochen aufgrund fehlender Beweise wieder entlassen. Auch die Ermittlungen wurden eingestellt, wie die Neue Westfälische berichtete.

Trotz allem suspendierte die Schule den Studenten. Später durfte er diese zwar wieder betreten, jedoch nur unter Vorbehalt von Einzelunterricht. Zudem sprach man ihm eine "Androhung zur Entlassung" aus.

Aus Sicht der Bezirksregierung sei es zwar nachvollziehbar, dass die Schule aufgrund der Bombendrohung die Polizei gerufen habe, da zum Zeitpunkt der Konferenz aber bereits entlastende Ermittlungsergebnisse der Polizei vorlagen, habe es keinen Grund für die "Androhung zur Entlassung" gegeben. So hob die Bezirksregierung diese im Juni 2018 schließlich auf.

Der Anwalt des Schülers sprach im Bezug auf das Westfalen-Kolleg von einem "klar rechtswidrigen Verhalten". Die Schule habe sich so verhalten, als hätte es die Bombe tatsächlich gegeben. Trotz seiner langen beruflichen Erfahrung äußerte er: "So etwas ist mir in dieser Form noch nicht vorgekommen."

Dem 24-Jährigen ist bis heute unklar, mit welcher Motivation das folgenschwere Gerücht verbreitet wurde - Racheplan verfeindeter Mitschüler oder Resultat unerwiderter Liebe? "Bis heute denken viele an der Schule, ich sei ein Straftäter", berichtete er. Sein Ziel sei es nun, seinen Ruf wieder herzustellen.


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