Zirkus Charles Knie kehrt nach Bielefeld zurück und bringt wieder Wildtiere mit

Bielefeld - Im vergangenen Jahr war der Zirkus Charles Knie dafür verantwortlich, dass das Wildtier-Verbot der Stadt Bielefeld gekippt wurde (TAG24 berichtete). Über Monate hinweg durften Elefanten, Tiger und Co. nicht in der Stadt unter der Sparrenburg auftreten.

Kängurus gehören ebenfalls zu den Wildtieren, die der Zirkus mitbringt.
Kängurus gehören ebenfalls zu den Wildtieren, die der Zirkus mitbringt.  © DPA

Seit Dezember 2017 dürfen sie es wieder - auch wenn die Auftritte weiter umstritten sind und von Tierschützern und Zuschauern scharf kritisiert werden (TAG24 berichtete).

Wenn der Zirkus Charles Knie ab dem 22. Juni erneut an der Radrennbahn in Bielefeld gastiert, wird er wieder 200 Tiere mitbringen, von denen viele Wildtiere sind.

Immer noch wird der Zirkus dafür kritisiert. Es besteht die Befürchtung, dass die Tiere beispielsweise aufgrund der Größe ihrer Käfige und der Dressur leiden.

Außerdem warnen Tierschutzvereine wie PETA vor den "Stresstourneen", die die Wildtiere mitmachen müssen. "Zirkusse mit Wildtieren sind in Städten wie Bielefeld zunehmend unerwünscht – immer häufiger müssen sich Zirkusunternehmen einklagen, um überhaupt noch auftreten zu können", so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Gleichzeitig weisen die Tierrechtler auf die Gefahren hin, die Tiger, Löwen und andere Raubtiere mit sich bringen: "Erst im vergangenen Jahr entkam einer der Tiger während eines Transports in den USA, streifte durch bewohnte Siedlungen und wurde schließlich von der Polizei erschossen."

Ein Highlight soll Raubtierdompteur Alexander Lacey sein.
Ein Highlight soll Raubtierdompteur Alexander Lacey sein.  © DPA

Zudem sei Raubtierdompteur Alexander Lacey im Frühjahr 2018 während der Show in Stendal von einer Löwin angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er mehrere Tage im Krankenhaus verbringen musste. In Bielefeld gehört er wieder zum Programm.

Dieter Seeger, Tierschutzbeauftragter bei Charles Knie, spricht bei der Kritik hingegen von einer "alten Leier", wie die Neue Westfälische ihn zitiert. Demnach seien die Wildtiere nicht erhöhtem Stress ausgesetzt, wie auch Wissenschaftler und Verhaltensforscher belegen würden.

Seit Jahrzehnte halte sich der Zirkus an die Leitlinien zur Haltung und Vorführung, die unter anderem die Größe der Käfige und das Futter regeln. Offiziellen Prüfungen müsse sich der Zirkus zudem etwa 40 Mal im Jahr stellen.

In Bielefeld werden demnächst "Gesundheit der Tiere, Pflege, Unterbringung, Futter und Dokumentation" geprüft, wie Amtsveterinärin Katrin Borgsen erklärt. Ist die Prüfung durch, hofft Seeger auf Einsicht der Kritiker.

"[W]eder Transport noch Dressur oder Haltung schadet den Tieren. Die Arbeit zwischen Mensch und Tier basiert schließlich auf Vertrauen und Zuneigung", verteidigt der Tierschutzbeauftragte seinen Zirkus.

Titelfoto: DPA


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