Unfassbar! AfD benutzt mutige Mädchen als Werbegesichter für rechte Hetze

Bielefeld – Sie werden als Heldinnen gefeiert: Durch ihr Eingreifen haben Linda Cariglia (20) und Karolina Smaga (21) Mitte Oktober eine Vergewaltigung in Bielefeld verhindert. Ihren Mut machte sich nun auch die AfD zu nutzen.

Die Tat ereignete sich in einem Gebüsch hinter der Eisenbahnbrücke.
Die Tat ereignete sich in einem Gebüsch hinter der Eisenbahnbrücke.

Die Freundinnen haben durch ihr beherztes Eingreifen nicht nur die Vergewaltigung einer jungen Frau verhindert, sondern den 25-jährigen Täter auch der Polizei ausgeliefert (TAG24 berichtete).

Dieser war in den frühen Morgenstunden des 14. Oktober an der Mindener Straße über eine junge Frau hergefallen und hatte sie ins Gebüsch gezerrt, um sie zu vergewaltigen.

Als Cariglia und Smaga nach einer durchzechten Partynacht die Straße entlang gingen und die Hilferufe des Opfers hörten, fackelten sie nicht lange, stießen den Täter von der jungen Frau herunter und schlugen ihn in die Flucht.

Für ihre Zivilcourage ernteten die beiden Freundinnen viel Lob und Anerkennung (TAG24 berichtete) - nun aber auch von der falschen Seite.

Denn dass der Sexualstraftäter aus Marokko stammt, ist auch der AfD nicht entgangen. Die wirbt nun schamlos auf ihrer Facebookseite mit der Zivilcourage der beiden Freundinnen.

"Heldinnen der Woche" lautet die Auszeichnung der rechtspopulistischen Partei, in der gleichzeitig dazu aufgerufen wird: "Wehrt euch, Mädchen und Frauen! Ihr seid kein Freiwild!"

"Werde mich nicht für Hetze gegen Ausländer benutzen lassen"

Als Werbegesichter für die AfD zu dienen, wollen sich Karolina Smaga und Linda Cariglia nicht gefallen lassen.
Als Werbegesichter für die AfD zu dienen, wollen sich Karolina Smaga und Linda Cariglia nicht gefallen lassen.

Cariglia und Smaga fühlen sich von einer Partei benutzt, mit der sie nichts zu tun haben möchten.

Darum setzen sie sich auf Facebook mit deutlichen Worten zur Wehr: "Wir bestehen darauf, dass dieser Beitrag sofort gelöscht wird", ermahnte Linda Cariglia die AfD.

Es sei "unfassbar", dass die Partei sie als Werbegesichter benutze. "Es geht nicht um den Migrationshintergrund des Täters, sondern darum, dass wir eingegriffen haben", schreibt sie weiter.

"Wäre der Täter ein Deutscher, wäre der AfD unsere Zivilcourage egal". Sie werde sich "nicht benutzen lassen", um gegen Ausländer zu hetzen.

"Ziemlich dreist" findet auch Karolina Smaga die Hetz-Aktion und erwähnt, dass sowohl sie, als auch ihre Freundin ebenfalls einen Migrationshintergrund haben. Während die 21-jährige Smaga aus Polen kommt, hat Cariglia italienische Wurzeln.

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