Bier, Kunstblut, Knüppelfest: Das ging am Full Force-Freitag

Leipzig - Der erste Tag des Full Force Festivals in Ferropolis ist vorüber. Während der ein oder andere Metal-Fan noch verschlafen aus seinem Zelt blinzelt, lassen wir den ersten Festival-Tag noch einmal Revue passieren.

Vor dem Headliner Parkway Drive heizten Behemoth auf der Mad Max Stage ein.
Vor dem Headliner Parkway Drive heizten Behemoth auf der Mad Max Stage ein.  © Anna Gumbert

Ab 14 Uhr wurde es das erste Mal laut zwischen den alten Tagebau-Baggern in Ferropolis, der Stadt aus Eisen: Mit Groovenom wurde das diesjährige Full Force Festival feierlich eröffnet und gab den Startschuss für drei Tage Krach, Bier und Party.

Zwischen drei Bühnen geben sich Künstler aus aller Welt die Klinke in die Hand. Von Metalcore-Größen wie Any Given Day aus Gelsenkirchen bis hin zu Death-Metal-Veteranen wie Cannibal Corpse aus den USA ist alles vertreten, was Rang und Namen in der Szene der lauten, harten Musik hat.

Ist es am Morgen noch frisch und bewölkt, scheint die Sonne pünktlich zur ersten Band auf die sonnenverbrannten Schultern der Festivalbesucher und sorgt für Andrang an den Getränkeständen. Das Eigenmarken-Bier namens "Full Force Pils", das es erst seit diesem Jahr im Getränkesortiment des Full Force gibt, ist süffig und schmeckt.

Nachdem While She Sleeps die Mad Max Hauptbühne erobert haben, wird es zum ersten Mal atmosphärisch. Während ein sanftes Abendlicht über die Industrie-Bagger streift, erklimmt die Post-Metal-Band Amenra kurz vor dem Sonnenuntergang die Medusa Stage und mixen krächzigen Gesang mit doomigen Gitarrenklängen. Dabei wendet Sänger Colin H. van Eeckhout dem Publikum durchgängig den auffällig tätowierten Rücken zu und schafft so eine unheimlich-mystische Atmosphäre direkt am Ufer des Gremminer Sees.

Auf der Mad Max Bühne geht es weiter mit polnischem Black Metal von Szene-Größen Behemoth, die mit Corpse Paint und Mönchskluft entsetzen und auch begeistern. Beinahe direkt im Anschluss feuern Headliner Parkway Drive ganze zwei Stunden lang eine fast schon Rammstein-ähnliche Pyro-Show ab. Sänger Winston McCall ist die Freude über das übervolle Publikum anzusehen und springt über die Bühne wie ein Berserker.

Der Tag endete mit dem "Knüppelfest" auf der Hardbowl Tentstage. Ganz in traditioneller Black-Metal-Manier wurde bei den Niederländern von Carach Angren Kunstblut verspritzt und zu Doublebass der Teufel auf die Bühne beschworen.

In den Startlöchern für Samstag stehen unter anderem schon Massendefekt, Arch Enemy und Alcest, bevor am Sonntag Headliner Limp Bizkit für das Festival-Finale sorgen werden.

Ab dem Nachmittag strömten zahlreiche Besucher zwischen den drei Bühnen umher.
Ab dem Nachmittag strömten zahlreiche Besucher zwischen den drei Bühnen umher.  © Anna Gumbert

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