Neonazi verkauft "Deutsches Reichsbräu" mit Nazi-Symbolen für 18,88 Euro

Bad Bibra - Die Polizei ermittelt wegen verkaufter Bierflaschen mit Nazi-Symbolik aus einem Getränkemarkt im Burgenlandkreis, direkt an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Tommy Frenck führte eine Gaststätte in thüringischen Kloster Veßra, die immer wieder zum Szenetreff für Neonazis wird.
Tommy Frenck führte eine Gaststätte in thüringischen Kloster Veßra, die immer wieder zum Szenetreff für Neonazis wird.  © DPA

Der Verdacht laute auf Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Die Polizei sei durch zwei Anzeigen Anfang der Woche auf das Bier aufmerksam geworden. Die Ermittlungen hat der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz übernommen.

Der Fall aus dem Getränkemarkt in Bad Bibra schlug am Freitag auch in den sozialen Netzwerken Wellen. Fotos zeigten mehrere Kästen des "Deutschen Reichsbräus" in dem Getränkemarkt, das zum Preis von 18,88 Euro angeboten wurde. Die Zahl 18 ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, die Initialen von Adolf Hitler. Die 88 steht in der Szene für "Heil Hitler".

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), der extra den Laden aufgesucht hatte, hatte am Freitag ein Bild von den Kästen und dem Bier auf Facebook geteilt und sich über das Bier empört.

Das Bier wurde inzwischen aus dem Verkauf genommen

"Ich schäme mich so sehr: Während gerade in Yad Vashem in Israel der deutsche Bundespräsident zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz spricht, findet in meinem Heimatort Bad Bibra der Verkauf von Bier mit dem Namen "Deutsches Reichsbräu" in einem Getränkemarkt statt", schreibt der Politiker in seinem Post.

Seinen Angaben zufolge war das Bier am Donnerstag nicht mehr erhältlich. Der vom Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführte Thüringer Tommy Frenck hatte den Verkaufsstart des Bieres bereits Anfang Januar auf seiner Internet-Seite angekündigt. Frenck hatte 2017 eines der größten Rechtsrock-Konzerte in Europa in Themar in Thüringen organisiert, nur wenige Kilometer entfernt hat er zudem ein Gasthaus, dass immer wieder für Treffen in der rechten Szene genutzt wird.

Der Geschäftsführer des Getränkehandels reagierte laut Volksstimme.de prompt und ließ das Bier aus dem Laden entfernen. Man distanziere sich klar von der Aktion und werde alles dafür tun, dass so etwas nicht wieder passiere, heißt es. Der Getränkehandel habe ein Standard- Angebot an Getränken, dass aber durch die Filial-Inhaber erweitert werden kann, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmer habe man beendet.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Götz Ulrich

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