Prost! München will die Bierpreis-Bremse

Will die Bierpreise auf dem Oktoberfest deckeln: Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid.
Will die Bierpreise auf dem Oktoberfest deckeln: Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid.  © dpa (Symbolbild)

München - Bleiben die Bierpreise auf dem Oktoberfest in den nächsten Jahren stabil? Um das zu garantieren, plant Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (47, CSU) eine Bierpreis-Bremse. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Am Dienstag kündigte Schmid an, dass die Wirte bis 2019 nicht mehr als 10,70 Euro pro Mass verlangen dürfen. Dies soll als verbindliche Klausel in die Zulassungsverträge geschrieben werden.

Mit der geplanten Bierpreis-Bremse will der Bürgermeister verhindern, dass die Wiesn-Besucher die steigenden Kosten für das Oktoberfest alleine stemmen müssen.

Hintergrund ist der gestiegene Sicherheitsaufwand: Die Stadt will die Wiesn-Finanzierung komplett neu organisieren, um die Kosten für die Sicherheit auf die Wirte abzuwälzen.

Allein im vergangenen Jahr belief sich dieser Posten auf rund fünf Millionen Euro. Bisher mussten die Wirte für ihre Zelte auf dem Oktoberfest eine Standgebühr bezahlen - zuletzt betrugen die Einnahmen 3,5 Millionen Euro. Künftig will die Stadt die Gebühr durch eine Umsatzpacht ersetzen und so den Erlös auf 8,5 Millionen Euro steigern. "Auf der Wiesn werden jedes Jahr 300 bis 400 Millionen Euro umgesetzt. Da gibt es keinen Grund, dass die Stadt und damit der Steuerzahler einspringt", so Schmid.

Der Bürgermeister zweifelt also nicht daran, dass die Wirte trotz steigender Abgaben in Höhe von fünf Millionen Euro noch genug am Oktoberfest verdienen. Dennoch will Schmidt den Wirten entgegenkommen. So plant Schmid, die Wiesn dauerhaft um einen Tag zu verlängern. Außerdem sollen die Wirte künftig an allen Tagen Tische reservieren dürfen.

Noch ist unklar, ob der Vorschlag des Wirtschaftsreferenten und Wiesn-Chefs auf breite Zustimmung stößt. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl (58) äußerte sich wenig begeistert über den Vorstoß Schmids: Ich weiß nicht, ob der gerade einen Höhenflug hat. Der soll schauen, wo er seine Mehrheiten herbringt." Oberbürgermeister Dieter Reiter (58, SPD) ging vorerst nicht weiter auf das Thema ein: "Ich bin gespannt auf die schriftliche Vorlage und befasse mich dann gern mit den konkreten Vorschlägen." Zuvor hatte Reiter Schmid gerüffelt, dass bei den Planungen nichts vorangehe.

Schon im vergangenen Jahr hatte es im Münchner Rathaus Spannungen zwischen Reiter und Schmid gegeben. Damals hatte der Oberbürgermeister sich in die Sicherheitsdebatte eingemischt und Schmid damit verärgert.


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