Baden-Württemberg braucht über 10.000 neue Lehrer!

Stuttgart - Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 einen Bedarf von rund 10.600 zusätzlichen Lehrerstellen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht bis 2030 einen großen Bedarf an zusätzlichen Lehrerstellen.
Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht bis 2030 einen großen Bedarf an zusätzlichen Lehrerstellen.  © DPA

Diese Zahl nannte sie in einem Interview mit der "Heilbronner Stimme" und dem "Mannheimer Morgen".

"Für diese Prognose haben wir erstmals die Entwicklung des Lehrerbedarfs von 2020 bis 2030 langfristig berechnet."

Berücksichtigt worden seien dabei die Prognose der Schülerzahlen, die absehbaren Lehrer-Pensionierungen, eine längere Studiendauer und andere bildungspolitische Entscheidungen. Alleine für die Ausweitung des Ethikunterrichts auf alle Schularten seien bis 2030 rund 900 Stellen nötig. Was der Ausbau kostet, hat Eisenmann noch nicht beziffert.

Baden-Württemberg hat schon jetzt mit einem Lehrermangel zu tun. "Wir haben mehr Schüler, als die Prognosen der Statistiker vorausberechnet hatten", erklärte sie.

"Das gilt für ganz Deutschland und hat nicht nur mit der Zuwanderung zu tun."

Doro Moritz, die Landeschefin der Lehrergewerkschaft, freute sich über die Mitteilung Eisenmanns.
Doro Moritz, die Landeschefin der Lehrergewerkschaft, freute sich über die Mitteilung Eisenmanns.  © DPA

Tatsache sei aber auch, dass der Vorwurf, in der Bildungspolitik werde zu wenig vorausschauend gearbeitet, nicht unberechtigt sei.

"Durch Planung vor einigen Jahren wäre erkennbar gewesen, dass gerade viele Lehrer in den Ruhestand gehen. Außerdem kommen aus den Hochschulen weniger Absolventen auf den Markt, als berechnet waren." Die vorhandenen Daten seien zu wenig in eine langfristige Planung eingeflossen, kritisierte sie.

In Baden-Württemberg hatte die SPD von 2011 bis 2016 das Kultusressort inne. Danach hat Eisenmann es übernommen.

Die Landeschefin der Lehrergewerkschaft GEW, Doro Moritz, reagierte erfreut: Die Kassen seien voll, die Daten für eine verlässliche Lehrerbedarfsplanung lägen vor.

Moritz sagte: "Wenn die Regierung Kretschmann jetzt handelt, mehr Studienplätze und neue Lehrerstellen schafft, kann sie Fehler früherer Landesregierungen vermeiden und den drohenden Lehrermangel in den weiterführenden Schulen verhindern."

Mehr zum Thema Stuttgart Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0