Berlin will mehr Bio, doch Brandenburg kann es nicht liefern

Auch die österreichische Köchin Sarah Wiener möchte in den brandenburgischen Bio-Markt einsteigen und hat gemeinsam mit Freunden vor zwei Jahren ein Gut bei Angermünde gekauft. (Symbolbild)
Auch die österreichische Köchin Sarah Wiener möchte in den brandenburgischen Bio-Markt einsteigen und hat gemeinsam mit Freunden vor zwei Jahren ein Gut bei Angermünde gekauft. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Brodowin - Die Berliner lieben Bio-Produkte. Erzeugnissen, am besten noch regional, werden in der Hauptstadt immer beliebter. Brandenburgs Bauern können den Bedarf kaum decken und geraten in Liefernot, wie Brandenburg aktuell berichtete.

Auf dem Feld des Ökodorfes Brodowin wachsen unter anderem Salatköpfe. In zwei Wochen sollen dann 5000 Stück wöchentlich nach Berlin in die Bio-Läden geliefert werden. Jedoch ist das viel zu wenig. Der Nachfrage sei viel höher, aber an der Anbaumenge soll auch nichts geändert werden. Aus gutem Grund, wie der Bereichsleiter Gemüseproduktion, Bert Wolbrink, erklärt: "Wir müssen die Sache bewältigen können. Alles was wir anfangen, wollen wir auch zu einem guten Ende bringen. Wenn wir mehr anbauen und es nicht im Griff haben, dann verunkrautet alles."

Am Mittwoch luden gemeinsam Berlins und Brandenburgs Grüne nach Brodowin ein, um mit Ökodorf-Besitzer Ludolf von Maltzan und Köchin Sarah Wiener über deren Erfahrungen und Vorstellungen zu diskutieren. Ihr Wissen könnte maßgeblich dazu beitragen, die Erzeugung von biologischen Produkten nachhaltig zu optimieren.

Die Umsatzkurve der Berlin-Brandenburger Biobranche ist 2016 um fünf Prozent gestiegen. Die Nachfrage nach Bio-Fleisch, Bio-Wurst und Gemüse aus Brandenburg steigt und steigt. Vor allem Berlin ist noch immer nicht satt.

Um dem Verlangen nach biologisch produzierten Erzeugnissen Einhalt zu gebieten, müssen weitere Betriebe, wie das Ökodorf Brodowin, in Brandenburg ihre Arbeit aufnehmen, so Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau. "Für diejenigen, die Interesse und die Möglichkeit haben für den Berliner Markt zu produzieren, die müssen an die Hand genommen werden und in puncto Produktion und wirtschaftlicher Entwicklung beraten werden, damit sie wissen, was sie tun."

Brandenburg besitzt immenses Potential und könnte weitaus mehr erreichen, als bisher.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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