Gewalt-Orgie! "Birds of Prey" bringt Margot Robbie als irre Harley Quinn zurück!

Deutschland - Wahnsinnig! Die mit Spannung erwartete Comic-Verfilmung "Birds of Prey - And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn" läuft seit dem 6. Februar in den deutschen Kinos und weiß zu überzeugen.

Cassandra Cain (Ella Jay Basco) stiehlt einen wertvollen Diamanten, weshalb Gothams Bösewichte hinter ihr her sind.
Cassandra Cain (Ella Jay Basco) stiehlt einen wertvollen Diamanten, weshalb Gothams Bösewichte hinter ihr her sind.  © PR/Copyright 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.

Im Mittelpunkt steht Harley Quinn (Margot Robbie), die sich vom Joker getrennt hat und das mit einem echten Feuerwerk bekanntgibt: sie fährt einen Tanklaster in eine Chemiefabrik, die daraufhin explodiert.

Doch nun wissen alle, dass sie nicht mehr unter dem Schutz von Gothams Bösewicht steht - weshalb unzählige andere Gangster Jagd auf die verrückte Psychologin machen.

Wie zum Beispiel Unterweltboss Roman Sionis alias Black Mask (Ewan McGregor), der Freude daran hat, wenn seine gewalttätige rechte Hand Victor Zsasz (Chris Messina) seinen Gegnern die Gesichter abzieht.

In Sachen Wahnsinn steht er Quinn daher in nichts nach. Er und seine Schergen sind hinter der kleinen Taschendiebin Cassandra Cain (Ella Jay Basco) her, die Zsasz einen wertvollen Diamanten aus der Tasche klaute, der Sionis gehörte. Der setzt infolgedessen eine halbe Million Euro Kopfgeld auf das Mädchen aus, was zur Folge hat, dass nahezu alle Söldner hinter ihr her sind.

Harley muss sich nun entscheiden, ob sie Cassandra zur Seite steht und sie beschützt oder ob sie sie ans Messer liefert, um sich ihre eigene Freiheit zu erkaufen...

"Birds of Prey" ist ein erfrischender und abgedrehter Genre-Film

Unterweltboss Roman Sionis alias Black Mask (Ewan McGregor) gehört der Edelstein. Er setzt ein hohes Kopfgeld aus, um ihn und Cassandra zu bekommen.
Unterweltboss Roman Sionis alias Black Mask (Ewan McGregor) gehört der Edelstein. Er setzt ein hohes Kopfgeld aus, um ihn und Cassandra zu bekommen.  © PR/Copyright 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.

Diese Geschichte hat Regisseurin Cathy Yan klasse umgesetzt. Sie hat einen erfrischenden Film erschaffen, der die Genre-Konventionen mehrfach gekonnt bricht. Denn das ganze Geschehen wird aus der abgedrehten Sicht von Harley erzählt, wodurch ein ganz eigener Stil entsteht.

So "vergisst" Quinn schon mal, eine Figur vorzustellen oder springt schnell mal schnell zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was glaubwürdig erscheint, da ihr Gehirn so zu funktionieren scheint.

Durch diese Sichtweise wirkt "Birds of Prey" so, als würde er Quinns Fantasie entspringen - eine gewagte Entscheidung, die sich glücklicherweise voll auszahlt!

Denn der chinesisch-amerikanischen Filmemacherin Yan gelingt ein erstaunlicher Balanceakt. Man kann ihrer flüssigen Umsetzung problemlos folgen. Die gut abgemischten Handlungsstränge fügen sich auf ganz eigene Weise gut zu einem funktionierenden Ganzen zusammen.

Das führt dazu, dass die Zuschauer bei der Stange bleiben, weil es einige unvorhersehbare Wendungen gibt. Außerdem nimmt sich Yan auch die Zeit, in die Tiefe zu gehen und universelle Themen wie Verrat, Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt zu behandeln. Diesen hintergründigen Subtext gewährt sie nicht nur ihrer Hauptprotagonistin, sondern auch den Nebenfiguren.

"Birds of Prey" findet die richtige Mischung aus Action, Humor und Story

Frauen-Power von l. nach r.: Renee Montoya (Rosie Perez), Helena Bertinelli/The Huntress (Mary Elizabeth Winstead), Harley Quinn (Margot Robbie), Cassandra Cain (Ella Jay Basco) und Dinah Lance/Black Canary (Jurnee Smollett-Bell).
Frauen-Power von l. nach r.: Renee Montoya (Rosie Perez), Helena Bertinelli/The Huntress (Mary Elizabeth Winstead), Harley Quinn (Margot Robbie), Cassandra Cain (Ella Jay Basco) und Dinah Lance/Black Canary (Jurnee Smollett-Bell).  © PR/Copyright 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.

Sie haben Substanz, weshalb das Publikum auch bei ihnen emotional mitgehen kann. Das wiederum erhöht das Identifikationspotenzial des gesamten Filmes gewaltig.

Damit es nicht zu düster wird, baut Yan immer wieder gut getimte schwarzhumorige Szenen ein. Darüber hinaus zeigt sie mehrfach, dass sich "Birds of Prey" nicht zu ernst nimmt und umschifft Klischees geschickt, weshalb man mit dieser unterhaltsamen und kurzweiligen Tour durch Gotham City viel Spaß haben kann.

Trotzdem wird vor gewalttätigen Momenten nicht zurückgescheut. In Sachen Brutalität geht es voll ab, weshalb die FSK-Freigabe ab 16 Jahren berechtigt ist. Das passt jedoch zu der heruntergekommenen Stadt und wirkt daher konsequent. Schließlich ist Gotham ein Ort, an dem vieles falsch läuft, wie man bereits aus unzähligen Comics, Filmen und Videospielen weiß.

Daher sind auch die Kämpfe mehr als nur Mittel zum Zweck. Die Kampfchoreografie ist dabei exzellent und muss sich auch vor Genregrößen nicht verstecken, auch wenn sie vielleicht nicht ganz mit Ausnahmewerken in dieser Kategorie wie "John Wick: Kapitel 3 – Parabellum" mithalten kann.

Doch auch hier wird - gerade im Vergleich zu vielen anderen Blockbustern - weit überdurchschnittliches geboten, weil die Fights abwechslungsreich sind und der Kampfstil sowie die Waffen zu den Figuren passen.

Magot Robbie zeigt als Harley Quinn in "Birds of Prey" eine großartige Leistung

Margot Robbie begeistert in ihrer abgedrehten Rolle als Harley Quinn.
Margot Robbie begeistert in ihrer abgedrehten Rolle als Harley Quinn.  © PR/Copyright 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.

Am Gelingen dieser Action-Sequenzen hat Robbie ("Once Upon a Time in Hollywood", "I, Tonya", "The Wolf of Wall Street") entscheidenden Anteil. Einmal mehr stellt die Australierin unter Beweis, dass sie nicht nur eine Schönheit ist, sondern auch eine großartige Schauspielerin.

Sie schafft es, "Birds of Prey" mit ihrer Klasse auf ein anderes Niveau zu heben, weil sie Quinn eben nicht nur als Karikatur einer Psycho-Tante anlegt, sondern als gebrochenen Charakter mit Stärken und Schwächen, bei der neben all ihren Verrücktheiten auch immer wieder die Menschlichkeit durchschimmert.

Mit welcher mimischen Ausdrucksstärke und darstellerischen Vielfalt die 29-Jährige dabei agiert, ist großes Kino!

An ihrer Seite zeigen auch die anderen Darsteller starke Leistungen. Gerade der weibliche Cast sorgt für echte Frauen-Power und macht "The Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn" zu einem starken feministischen Werk.

Ganz ohne Schwächen ist es allerdings nicht, weil einige Twists zumindest zu hinterfragen sind und hier dann manchmal ein wenig die Ausgewogenheit fehlt - das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Denn dafür begeistert das Szenebild dank der abwechslungsreichen Farbgebung, sind die Kostüme und das Make-up schlichtweg genial, die düsteren Locations authentisch, die Musikuntermalung stimmig, die Kameraführung dynamisch und die deutsche Synchronfassung lebendig.

Daher ist "Birds of Prey" ein sehenswerter Film geworden.

Titelfoto: PR/Copyright 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.

Mehr zum Thema Kino & Film News:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0